150 Männer aus Afghanistan werden in Käfigen festgehalten: Solana: Afghanische Kämpfer als Kriegsgefangene behandeln

150 Männer aus Afghanistan werden in Käfigen festgehalten
Solana: Afghanische Kämpfer als Kriegsgefangene behandeln

Der Außenpolitik-Koordinator der Europäischen Union (EU), Javier Solana, hat eine Behandlung der Gefangenen aus Afghanistan als Kriegsgefangene nach der Genfer Konvention gefordert.

Reuters MADRID. Diese Regeln des Völkerrechts müssten auf die Männer der Taliban und der El-Kaida-Organisation angewandt werden, sagte Solana am Montag im Fernsehen. Die USA betrachten die Häftlinge als "illegale Kämpfer" und nicht als Kriegsgefangene.

Sie haben rund 150 Männer aus Afghanistan auf den US-Marinestützpunkt Guantanamo auf Kuba gebracht, wo sie in Käfigen festgehalten werden. Nach US-Angaben sind sie besonders gefährlich, was spezielle Sicherheitsmaßnahmen erfordere. Die El Kaida und deren Chef Osama bin Laden werden von den USA für die Anschläge vom 11. September in New York und Washington verantwortlich gemacht.

Großbritannien wies am Montag Vorwürfe zurück, die Gefangenen würden misshandelt. Ein Regierungssprecher sagte in London, eine britische Delegation habe in Guantanamo mit drei Häftlingen gesprochen, die britische Staatsbürger seien. Sie hätten sich über ihre Behandlung nicht beschwert. Die Männer seien gesund und hätten keine Spuren körperlicher Misshandlung.

Großbritannien hatte zuvor eine Erklärung zu Fotos gefordert, die Gefangene auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf dem Boden kniend zeigen. Auf den Fotos sind Gefangene in roten Overalls, die Augen von Brillen bedeckt, mit einen Mundschutz und an den Händen gefesselt zu sehen. Während sie knien, beugen sich US-Soldaten über sie. Die Fotos sollen nach US-Informationen kurz nach der Ankunft der Gefangenen aufgenommen worden sein.

Eine Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz untersucht derzeit die Haftbedingungen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte am Sonntag Kritik an der Behandlung der Gefangenen zurückgewiesen. Es sei unfair, davon zu sprechen, dass solche "eingefleischte Terroristen" inhuman behandelt würden, sagte er. "Meiner Ansicht nach gibt es keinen Zweifel daran, dass sie menschlich und angemessen ist und weitgehend mit der Genfer Konvention übereinstimmt." Die Männer erhielten eine exzellente medizinische Versorgung und drei ihrer Kultur entsprechende Mahlzeiten am Tag. "Sie haben saubere Kleidung und sie sind trocken (untergebracht) und in Sicherheit", sagte er.

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