150 000 Tickets verschenkt
Billigflieger formieren sich

Die neuen Rivalen auf dem deutschen Markt der Billigflieger formieren sich für einen scharfen Wettbewerb. Die irische Ryanair kündigte als jüngsten Werbegag am Donnerstag an, 150 000 Tickets nur zum Preis von Steuern und Gebühren zu vergeben.

HB/dpa FRANKFURT. Auch die Konkurrenten Germanwings und Deutsche BA drücken die Preise im Winter teils noch einmal. Als vorerst letzter der neu startenden Billigflieger will am 3. Dezember die TUI-Tochter Hapag-Lloyd-Express abheben. Der Last-Minute-Spezialist L'Tur plant Pauschalreisen mit Niedrigpreis-Airlines. Der Platz am Linienflughimmel wird eng.

An markigen Parolen mangelt es den aufstrebenden Preisbrechern nicht. Dabei müssen sie sich fortan nicht nur am Branchenprimus Lufthansa reiben, sondern auch untereinander um jeden Kunden buhlen - erst recht angesichts der schwachen Wirtschaftslage. Als "einzig wirkliche Preiswert-Airline", preisen sich denn auch die einen. Die anderen kontern vollmundig als "Deutschlands Günstig-Airline" oder mit "Fliegen zum Taxi-Preis". Gegenseitig sagen sich die Konkurrenten mutig voraus, dass einige andere der jetzt gestarteten Airlines sich auf Dauer nicht am Himmel halten würden.

Dabei hat das glänzende Bild der boomenden Billigbranche schon jetzt erste leichte Kratzer erhalten. Dem zweitgrößten deutschen Linienflieger Deutsche BA bescherte der Preiskampf der vergangenen Monate zwar mehr Passagiere, aber sinkende Umsätze. Der Verlust habe wegen niedrigerer Kosten jedoch verringert werden können, hieß es. Germanwings kassierte eine Rüge der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Seitdem zeichnet die Tochter der Lufthansa - Beteiligung Eurowings in der Werbung säuberlich aus, dass die Niedrigstpreise nur für ein begrenztes Kontingent der Plätze gelten.

Der Aufstieg der Billigflieger dürfte im kommenden Jahr auch davon abhängen, ob massenhaft Kunden zum Ticketkauf im Internet bereit sind. Denn unter vielen Reisebüros gibt es noch Unsicherheiten, wie es beim Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverband heißt. Da viele Billigflieger keine Provision zahlen, müssten die Inhaber ein Entgelt vom Kunden kassieren. Hinzu kommen Haftungsprobleme. Mächtige Konkurrenz erwächst den Billigfliegern womöglich außerdem auf der Schiene. Mit ihrem neuen Preissystem will die Deutsche Bahn vom 15. Dezember an auch den Airlines bei Städteverbindungen Paroli bieten.

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