15 % angestrebte Rendite
Merck rechnet für 2000 mit deutlichem Umsatzplus

Im Pharmageschäft der Darmstädter liegt künftig der Fokus auf Krebsforschung und Diabetes. Zudem plant Merck im Bereich Flüssigkristalle kräftig zu wachsen.

Reuters FRANKFURT. Der Darmstädter Pharmakonzern Merck KGaA rechnet für das Gesamtjahr 2000 mit einem deutlichen Umsatzanstieg. Die Erlöse würden sich voraussichtlich auf etwa 6,5 bis 7 Mill. Euro nach 5,35 Mill. Euro im Vorjahr erhöhen, sagte Merck-Vorstandschef Bernhard Scheuble am Mittwochabend in Frankfurt. Zudem werde es weitere Restrukturierungen geben, die vor allem die Chemiesparte beträfen. Im Pharmageschäft der Darmstädter liege künftig der Fokus auf Krebsforschung und Diabetes. Zudem plane Merck im Bereich Flüssigkristalle kräftig zu wachsen. Scheuble zufolge liegt die interne Renditevorgabe für den Gesamtkonzern bei einer Umsatzrendite (ROS) von 15 %. Zur Zeit liege Merck hier bei etwa 11 bis 12 %. Bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) strebe Merck ebenfalls 15 % an, wobei der Konzern zurzeit etwas darunter liege.

Starke Partner



"In den nächsten zehn Jahren wollen wir zu den führenden Unternehmen in der Behandlung von Krebs gehören", sagte Scheuble. Bei der Diabetes wolle Merck zu dem führenden Unternehmen bei der Altersdiabetes werden. Dazu habe Merck in jüngster Zeit unter anderem mit der schweizer Novartis einen starken Partner gefunden. Im August hatten Merck und Novartis mitgeteilt, gemeinsam das Medikament "Starlix" in Europa und in einigen Ländern Afrikas, Südostasiens und Lateinamerika vermarkten zu wollen.

Abspaltungen werde es aber wohl noch im Chemiebereich geben. Hier stehe eine weitere Konzentration an, sagte Scheuble. "Die Vitamine etwa sind kein Thema, an dem wir lang und mittelfristig festhalten wollen." Analysten spekulieren seit einiger Zeit, dass sich Merck nach der Zusammenlegung der Vitamingeschäfte der BASF und der japanischen Takeda von seinem Vitamingeschäft trennen werde. Merck wolle aber an Geschäften festhalten, die ein zweistelliges Wachstum aufweisen, sagte der Merck-Chef. Der Cashflow im Konzern solle weiterhin bei etwa einer Milliarde Euro liegen.

Weltmarktführer im Bereich Flüssigkristalle

Deutliches Wachstum peilt Merck im Bereich Flüssigkristalle an. Nach eigenen Angaben ist der Darmstädter Konzern hier Weltmarktführer. Flüssigkristalle werden unter anderem in Laptops, Notebooks, in LCD-Bildschirmen (Liquid Crystal Displays) bei Computern, aber auch in Mobiltelefonen und Autonavigationssystemen eingesetzt werden. Die jährlichen Forschungs-Investitionen belaufen sich laut Merck auf über 10 % des Umsatzes in diesem Gebiet. Flüssigkristalle liefert das Darmstädter Unternehmen zu mehr als 50 % nach Japan und zu etwa 40 % nach Südostasien und zu weniger als 10 % nach Europa und in die USA. Für das Gesamtjahr 2000 rechnet Merck-Chef Scheuble in diesem Bereich mit Erlösen von 200 bis 250 (Vorjahr 155) Mio. Euro. "In den nächsten drei Jahren wollen wir den Umsatz verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen", sagte Scheuble, der zum 1. Juli die Nachfolge des langjährigen Konzernchefs Joachim Langemann angetreten hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%