16 000 Angestellte befragt
Streichel Deine Talente

Eine Studie des Wall Street Journals zählt die Deutschland-Ableger von Booz Allen Hamilton und Skandia zu den mitarbeiterfreundlichsten Unternehmen Europas.

Renault ist anders als andere Autohersteller - und damit ist dieses Mal nicht das merkwürdige Design der Modelle gemeint. Als Einziger in der Branche und als einziger Großkonzern schafften es die Franzosen in die Liste der "Besten Arbeitgeber", die das "Wall Street Journal" mit der Unternehmensberatung Hewitt aufstellt. Hauptgrund: Mit einem 360-Grad-Bewertungssystem können Angestellte auf schlechte Vorgesetzte aufmerksam machen.

Befragt wurden über 16 000 Angestellte in Deutschland, Frankreich, Österreich und Großbritannien zum Verhalten ihrer Vorgesetzten und der persönlichen Haltung zum Brötchengeber. Parallel wurde das Personalmanagement der Unternehmen geprüft. Eine Fachjury kürte dann die Top-Firmen. Neben Renault sind dies die deutschen Filialen des Finanzkonzerns Skandia sowie der Beratung Booz Allen Hamilton, der österreichische Halbleiter-Zulieferer SEZ sowie die französische IT-Beratung Unilog. "Es zählt die Fähigkeit, wichtige Leute intern heranzuziehen", erläutert Jury- Mitglied und Personalberater Daniel Hammer einen Erfolgsfaktor. "Ein Unternehmen muss mit Talenten umgehen können und Top-Leuten mehr geben als dem Durchschnitt."

Beispiel Unilog: "Wir begleiten unsere Mitarbeiter durch jede Etappe ihrer Karriere. Alle zwei bis vier Monate gibt es ein Mitarbeitergespräch, es gibt Fortbildungen, und die Bezahlung ist orientiert an der persönlichen Leistung", zählt Personal-Managerin Sabine Perrier auf.

Die prämierten Unternehmen sind übrigens nicht unbedingt die bestbezahlenden, erklärt Jury-Mitglied Hammer: "Geld ist wichtig, aber nicht das Wichtigste. Man schert sich eben weniger um Überstunden, wenn man einen interessanten Job hat und die Möglichkeit, innerlich zu wachsen."

Aber auch die richtige Kultur zeichnet einen guten Arbeitgeber aus, sagt Piotr Bednarczuk, Managing Director für Hewitt Deutschland. "Egal ob die Unternehmen leistungs-, kunden- oder Shareholder- Value-orieniert waren - bei den besten wurde die Ausrichtung von jedem Mitarbeiter verstanden."

Leistungsorientierung und zufriedene Mitarbeiter schließen sich dabei nicht aus, ergab die Studie: "Wir haben herausgefunden, dass ein guter Arbeitgeber häufig der ist, der erfolgreich im Markt agiert. Unternehmen mit zufriedeneren Arbeitnehmern sind häufig die leistungsorientierten."

In diese Kategorie fällt Booz Allen Hamilton. "Es geht nicht nur darum, einfach glücklich zu sein - es geht darum, herausgefordert zu werden und Perspektiven zu haben", sagt Managing Director Rolf Habel zum Konzept des Unternehmens. Seine Angestellten haben nur eine Beschwerde: die langen Arbeitszeiten. Das muss nicht sein, glaubt Mit-Sieger Unilog: "Wenn jemand zehn oder zwölf Stunden über zwei oder drei Wochen arbeitet, ist die Arbeit vermutlich schlecht organisiert", sagt Personalvorstand Pierre Deschamps: "Unser Präsident setzt das Beispiel. Er kommt um 8 Uhr 45 und geht gegen 7 - im Gegensatz zu Chefs, die bis in die Nacht arbeiten."

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