16 Mitglieder
Der Grünen-Parteirat

dpa MÜNSTER. Der neue Parteirat von Bündnis 90/Die Grünen hat 16 Mitglieder. Die beiden Parteivorsitzenden Renate Künast und Fritz Kuhn sowie Bundesgeschäftsführer Reinhard Bütikofer gehören dem Gremium durch ihr Amt an. Hinzu wählten die Grünen-Delegierten am Samstag in Münster 13 Politiker.

Gunda Röstel:

Die aus Sachsen stammende Lehrerin war mehr als dreieinhalb Jahre Vorsitzende der Partei. Bereits im Frühjahr hatte sie angekündigt, nicht mehr für das Amt zu kandidieren. Ihr Name steht bei parteiinternen Kritikern auch für die teilweise enttäuschenden Wahlergebnisse der vergangenen Jahre. Die 38-Jährige erhielt 70,6 %.

Joschka Fischer: Der Bundesaußenminister und Vizekanzler kandidierte bei der Wahl zum Parteirat erstmals für ein Parteiamt. Der 52 Jahre alte Fischer gilt als von der Basis oftmals ungeliebter Pragmatiker und Realpolitiker. Fischer war als Umweltminister in der hessischen Landesregierung das erste grüne Kabinettsmitglied in Deutschland. Für Fischer votierte 68,7 %.

Andrea Fischer: Die Bundesgesundheitsministerin ist gelernte Druckerin und Diplom-Volkswirtin. Sie sitzt seit 1994 im Bundestag und hatte sich dort schnell als Expertin für Sozialpolitik und Rentenfragen einen Namen erarbeitet. Die 40-Jährige gilt innerhalb der Grünen als undogmatisch und wird keinem der Parteiflügel zugerechnet. Sie bekam 68,5 %.

Jürgen Trittin: Sein Name ist eng mit dem Kampf um den Ausstieg aus der Atomenergie verbunden. In den Konsensgesprächen mit der Stromwirtschaft trat der Bundesumweltminister als Verhandlungsführer für die Bundesregierung auf. Der ausgehandelte Kompromiss stärkte die im ersten Regierungsjahr angeschlagene Position des 45-jährigen innerhalb der Bundesregierung. Für Trittin stimmten 64,7 %.

Kerstin Müller: Die 36 Jahre alte Rechtsexpertin ist seit 1994 Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag. Sie zählt zum linken Parteiflügel, hat sich aber in der Regierungskoalition stets loyal verhalten und gilt als undogmatisch. Sie hat sich in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, die innerparteilichen Flügelkämpfe zu beenden. Nach ihrem Scheitern im Frauenwahlgang erreichte sie im folgenden offenen (Männer-)Wahlgang 63,0 %.

Bärbel Höhn: Die Umweltministerin aus Nordrhein-Westfalen wird dem linken Parteiflügel zugerechnet, verficht aber den Atomkompromiss der Bundesregierung. In der rot-grünen Koalition in Nordrhein-Westfalen musste die 48-Jährige nach der Wahl im Mai Einschnitte in ihrem Ministerium hinnehmen. Die Zustimmung zu der von ihr maßgeblich ausgehandelten Koalitionsvereinbarung mit der SPD galt für die Grünen als Nagelprobe. Sie erhielt 61,3 %.

Heide Rühle: Die ehemalige Bundesgeschäftsführerin und Parteisprecherin sitzt seit knapp einem Jahr für die Grünen im Europaparlament. Im Parteirat will sie für eine engere Verzahnung der Bundespartei mit der siebenköpfigen deutschen Gruppe in der Grünen - Europafraktion eintreten. Die deutschen Grünen seien prägend für die Grünen in Europa. Rühle kam auf 58,4 %.

Rebecca Harms: Die Energie- und Atompolitikerin gehörte dem Parteirat bereits bisher an. Die 43-Jährige gilt als entschiedene Gegnerin des zwischen Bundesregierung und Stromkonzernen ausgehandelten Atomkonsens. Harms ist Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag. Der Atomausstieg werde auch weiterhin ihr politisches Thema bleiben, kündigte sie an. Für Harms votierten 57,5 %.

Reinhard Loske: Der 41 Jahre alte Diplomvolkswirt aus Lippstadt in Ostwestfalen sitzt seit 1998 für die Grünen im Bundestag. Dort ist der profilierte Umweltpolitiker unter anderem als Obmann im Ausschuss für Umwelt und Reaktorsicherheit tätig. Loske ist in der Bundestagsfraktion auch als umweltpolitischer Sprecher aktiv. Er bekam 57,4 %.

Claudia Roth: Die Bundestagsabgeordnete aus Augsburg will die Glaubwürdigkeit grüner Politik stärken. Das Profil der Partei zu schärfen, ihre Identität und Glaubwürdigkeit zu stärken, empfindet sie als existenzielle Frage für die Grünen. Sie sucht die Auseinandersetzung über Modernität und Fortschritt. Roth erhielt 55,1 %.

Klaus Müller: Der Umweltminister in Schleswig-Holstein gilt als Senkrechtstarter bei den Grünen. Mit nur 29 Jahren wurde der Diplom- Volkswirt ins Kabinett von Heide Simonis berufen. Im September 1998 war er in den Deutschen Bundestag gewählt worden. Er erhielt 55,0 %.

Rezzo Schlauch: Der 52 Jahre alte Schwabe vom Realo-Flügel der Partei hat in jüngster Zeit vor allem durch umstrittene Äußerungen zur Verkehrspolitik von sich reden gemacht. Dem Fraktionschef war von Teilen der Partei übel genommen worden, dass er sich nicht klar gegen die Ausweitung des Autoverkehrs ausgesprochen hat. Schlauch machte erstmals Schlagzeilen, als er 1996 bei der Wahl zum Stuttgarter Oberbürgermeister nur knapp in der Stichwahl scheiterte. Schlauch erhielt bei der Parteiratswahl erst im dritten Wahlgang mit 53,6 % eine ausreichende Mehrheit.

Astrid Rothe: Die Erfurterin ist Landessprecherin der Grünen in Thüringen und gehört dem linken Flügel ihrer Partei an. Sie fordert eine neue Diskussion um Glaubwürdigkeit in der grünen Politik, um verloren gegangene Akzeptanz bei den Wählern zurück zu gewinnen. Außerdem setzt sich die 27-jährige Pfarrerstochter für den weiteren Aufbau der Grünen im Osten ein. Für Rothe stimmten 52,8 %.

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