16 Tote
USA und Vietnam untersuchen Hubschrauber-Unglück

Bei der Suche nach Überresten von getöteten US-Soldaten aus dem Vietnam-Krieg sind in dem südostasiatischen Land am Wochenende 16 Menschen mit einem Hubschrauber tödlich verunglückt. Bei den Absturzopfern handelt es sich um sieben US-Militärangehörige und neun Vietnamesen, wie die Behörden mitteilten.

afp HANOI/WASHINGTON. Es war das erste Unglück in der 16-jährigen Zusammenarbeit der ehemals verfeindeten Staaten bei der Suche nach Vermissten. Bei den rund 65 gemeinsamen Missionen wurden seit 1985 die Überreste von mehr als 600 US-Soldaten in die USA überführt.

Nach dem Absturz bemühten sich am Sonntag beide Seiten um die Klärung der Ursache. Vertreter der US-Botschaft in Hanoi und der US-Mission zur Suche nach Vermissten aus dem Vietnamkrieg begaben sich zum Absturzort. Der Hubschrauber vom russischen Typ Mi-17 ging nach offiziellen Angaben am Samstagnachmittag (11.15 Uhr MESZ) rund 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Hanoi in der Provinz Bo Trach zu Boden. Die Maschine sei in Brand geraten, explodiert und dann abgestürzt, hieß es. Die Leichen wurden zur Identifizierung nach Hanoi gebracht. Der Hubschrauber gehörte einem kleinen, von der vietnamesischen Zivilluftfahrtbehörde betriebenen Unternehmen. Angaben über Alter und bisherige Flugleistung der Maschine wollte die Firma zunächst nicht machen.

Beide Staaten bekundeten am Sonntag gegenseitig ihr Beileid. US-Präsident George W. Bush zeigte sich «tief bestürzt» über den Absturz und sprach von einem "schrecklichen Verlust für die Nation". US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld würdigte die Unterstützung Hanois bei der Suche nach vermissten US-Soldaten. Der vietnamesische Außenminister Nguyen Dy Nien sandte den Familien der sieben verunglückten US-Militärangehörigen am Sonntag ein Beileidsschreiben.

Beziehungen angespannt

Die Beziehungen zwischen den USA und Vietnam sind seit einigen Monaten angespannt. Hanoi wirft Washington die Einmischung in ethnische Konflikte im zentralen Hochland von Vietnam vor. Seit dem Vietnamkrieg, der 1975 mit einem Sieg der Kommunisten und dem Rückzug der USA endete, gelten 1 500 US-Soldaten und rund 300 000 Vietnamesen als vermisst. Bushs Vorgänger Bill Clinton hatte die gemeinsame Suche nach den seit über 25 Jahren Vermissten bei einem Vietnam-Besuch im November als Beitrag zur gegenseitigen Verständigung der ehemaligen Kriegsgegner bezeichnet.

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