160 Beamte im Einsatz: Erneut Durchsuchung bei Islam-Verein

160 Beamte im Einsatz
Erneut Durchsuchung bei Islam-Verein

Ein Großaufgebot der Polizei hat am Mittwochmorgen in vier Bundesländern Räume einer mutmaßlichen islamistischen Vereinigung durchsucht, deren Mitglieder nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft möglicherweise Anschläge planten.

Reuters FRANKFURT. Über 160 Beamte des Bundeskriminalamtes, des Bundesgrenzschutzes und der Länderpolizeien durchsuchten seit dem frühen Morgen elf Objekte in Wiesbaden, Mannheim, Ludwigshafen, Worms, München und Umgebung, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Die Ermittlungen richteten sich gegen drei Personen, die der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verdächtigt würden. Es handle sich um mutmaßlich militante islamische Extremisten, deren Gruppe möglicherweise Anschläge geplant habe. Zum Namen der Gruppierung und Details der Durchsuchungen wollte sich die Bundesanwaltschaft nicht äußern.

Es gebe Hinweise, dass die Gruppe in ein internationales Netz eingebunden sei, teilte die Bundesanwaltschaft lediglich mit. Belegt werde dies durch vielfältige telefonische und persönliche Kontakte der Verdächtigen besonders in den arabischen Raum. Einer der drei Beschuldigten sei mit der Ausspähung geeigneter Anschlagsziele beauftragt gewesen. Er sei im August 2002 in anderer Sache in der Türkei festgenommen worden, sei mittlerweile aber wieder frei und halte sich weiter in der Türkei auf. Weitere Beschuldigte stünden im Verdacht, die Gruppe unterstützt zu haben. Zwei dieser Beschuldigten seien bereits im September 2002 im Libanon festgenommen worden. Dort werde ihnen unter anderem die Bildung einer terroristischen Organisation und Pass-Fälschung zur Last gelegt.

Die Durchsuchungen dienten dem Ziel, weiteres Beweismaterial über Bestehen, Struktur und Arbeitsweise der Gruppe zu finden, erklärte die Bundesanwaltschaft. Außerdem sollten Hinweise auf "terroristische Aktivitäten" gewonnen werden. Die sich in Deutschland lebenden Beschuldigten sollten im Laufe des Tages polizeilich überprüft und vernommen werden. Erst danach könne über eine Vorführung beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes entschieden werden.

Die Durchsuchung stehe in keinem Zusammenhang mit ähnlichen Aktionen in der vergangenen Woche in Minden und Münster, erklärte die Bundesanwaltschaft. Auch gebe es keine Anhaltspunkte, dass die Gruppe an der Planung der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA beteiligt gewesen sei.

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