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166 Bergarbeiter in China nach Gasexplosion verschüttet

Bei dem möglicherweise schwersten Grubenunglück in China seit Jahren sind 166 Bergleute verschüttet worden. Nach der schweren Gasexplosion am Sonntag in der staatlichen Chenjiashan Kohlegrube in der Provinz Shaanxi in Nordwestchina suchten Bergungstrupps verzweifelt nach Überlebenden.

dpa PEKING. Bei dem möglicherweise schwersten Grubenunglück in China seit Jahren sind 166 Bergleute verschüttet worden. Nach der schweren Gasexplosion am Sonntag in der staatlichen Chenjiashan Kohlegrube in der Provinz Shaanxi in Nordwestchina suchten Bergungstrupps verzweifelt nach Überlebenden.

Nur 127 Bergleute konnten bis zum Abend gerettet werden, berichtete die staatliche Arbeitsschutzbehörde in Peking. 41 Kumpel lägen im Krankenhaus. Viele hatten Gasvergiftungen erlitten. fünf seien schwer verletzt.

Der Explosionsort lag in der Tiefe etwa acht Kilometer vom Eingang der Grube entfernt. Die meisten Überlebenden hätten nahe des Ausgangs gearbeitet, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Zum Zeitpunkt des Unglücks seien 293 Bergleute unter Tage gewesen. Dichter Rauch quoll aus dem Ventilationsschächten. Die Kommunikation in die Schächte war abgebrochen. Gas behinderte die Bergungsarbeiten.

Die Tragödie ist der vorläufige Höhepunkt einer Serie schwerer Grubenunglücke in China in den vergangenen fünf Wochen. Erst vor einer Woche waren in Nordchina in der Provinz Hebei bei einem Feuer in einer Eisenerzgrube 68 Bergleute ums Leben gekommen. Die letzten drei Leichen wurde Ende der Woche gefunden. Vor fünf Wochen hatte ebenfalls eine verheerende Gasexplosion in einer Kohlegrube in der Provinz Henan 148 Kumpel das Leben gekostet.

Nach der Explosion appellierten Chinas Präsident Hu Jintao sowie Ministerpräsident Wen Jiabao an die Behörden, alles für die Bergung der Bergleute zu tun, was in ihren Kräften stehe. Es war nicht die erste Gasexplosion in dem staatlichen Kohlebergwerk, das einen jährlichen Ausstoß von 1,3 Mill. Tonnen Kohle hat. Vor drei Jahren waren im April 2001 bei einem ähnlichen Unglück in der Chenjiashan Grube 38 Arbeiter ums Leben gekommen.

Nirgendwo sonst auf der Welt leben Bergleute so gefährlich wie in China. Die Volksrepublik produziert zwar 35 Prozent der Kohle weltweit, beklagt aber 80 Prozent der Toten im Kohlebergbau, wie aus Statistiken des Arbeitsschutzamtes hervorgeht. Die Arbeitsbedingungen sind so schlecht, dass jedes Jahr 70 000 Bergarbeiter an Staublunge erkranken. Derzeit sind es insgesamt 600 000. Bei Unfällen in Chinas Gruben sterben jährlich rund 8 000 Kumpel, wie sich aus unterschiedlichen Statistiken errechnen lässt.

Achtung: Zu den Hintergründen der wachsenden Zahl von Grubenunglücken in China erhalten sie bis 1 600 Uhr einen Korr-Bericht (50 Zeilen)

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