16 000 Bilder wurden sichergestellt
Internationaler Kinderporno-Ring zerschlagen

Die Polizei hat dank gezielter Überwachung von Internet-Anschlüssen einen internationalen Kinderporno-Ring zerschlagen. Wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte, wurden weltweit in vierzehn Ländern zeitgleich Razzien durchgeführt.

ap WIESBADEN. Alleine in Deutschland wurden Räumlichkeiten von etwa 80 Personen durchsucht. Dabei seien umfangreiche Beweismittel wie Computer, Datenträger, Videos und schriftliche Unterlagen sicher gestellt worden. In Baden-Württemberg wurden mindestens vier Männer festgenommen.

Seit März 2001 hatte die Polizei im rheinland-pfälzischen Mayen gegen einen 41-jährigen Deutschen wegen des Verdachts des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt. Im Rahmen eines anderen Verfahrens wurde der Computer des Mannes beschlagnahmt. Dabei wurden laut BKA rund 16 000 kinderpornografische Bilder und 300 Kurzvideos gefunden. Die Daten des Mannes führten zu weit über 2 000 E-Mail-Adressen im In- und Ausland. Gegen sie leitete die Staatsanwaltschaft Koblenz Ermittlungsverfahren ein. Die Personen werden verdächtigt, die Bilder weltweit verbreitet zu haben.

In die Ermittlungen seien weltweit 23 Staaten eingebunden, hieß es. In ständiger Zusammenarbeit mit den ausländischen Polizei- und Justizdienststellen sowie insbesondere den US-Zollbehörden sei es gelungen, umfangreiches Datenmaterial bei mehreren Providern im In- und Ausland zu sichern und als Beweismittel für die weiteren Ermittlungen heranzuziehen.

Auch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg führt inzwischen ein Ermittlungsverfahren in dieser Sache. Ein 48-Jähriger aus Ludwigsburg bei Stuttgart wurde verhaftet. Drei weitere Männer wurden in Karlsruhe vorläufig festgenommen. Mittels der bei den Durchsuchungen gewonnenen Erkenntnisse erhoffen sich die Strafverfolger auch die Identifizierung weiterer Verbreiter von Kinderpornografie. Nach Angaben der Ermittler wurden die Telefon- und Internetanschlüsse der Beschuldigten überwacht.

Der Stuttgarter Innenminister Thomas Schäuble sagte: "Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie angesichts moderner Formen der Kommunikation von Straftätern herkömmliche Ermittlungsmaßnahmen an ihre Grenzen stoßen." Die Täter hätten ausschließlich über das Internet Kontakt zueinander aufgenommen. Observationen seien daher sinnlos gewesen.

Kritik an der rot-grünen Bundesregierung

Der CDU-Politiker betonte, auch Täter der organisierten Kriminalität, Extremisten und Terroristen nutzten dieses Kommunikationsmittel, um möglichst unerkannt Straftaten verüben zu können. Schäuble kritisierte in diesem Zusammenhang die rot-grüne Bundesregierung. Dringend benötigte Regelungen zur Vereinfachung der Telefon- und Internetüberwachung seien seit Jahren nicht in Kraft gesetzt worden.

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