17-Jähriger in Dschenin getötet: Israel setzt Militäraktionen fort

17-Jähriger in Dschenin getötet
Israel setzt Militäraktionen fort

Ungeachtet scharfer Kritik aus den USA hat Israel am Dienstag seine Militäraktionen in den Palästinensergebieten fortgesetzt. Bei einem Feuergefecht in Dschenin im nördlichen Westjordanland wurde ein 17-jähriger Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen.

HB/dpa JERUSALEM/WASHINGTON. Israelische Siedler verletzten bei Nablus einen weiteren jugendlichen Palästinenser durch Schüsse. Das neue rechtsgerichtete Kabinett des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon versammelte sich unterdessen in Jerusalem zu seiner ersten Sitzung.

Angesichts der immer neuen Todesopfer bei den israelischen Militäraktionen hatten sich die USA in der Nacht zum Dienstag besorgt geäußert. Die israelische Regierung wurde aufgefordert, den Tod unschuldiger Zivilisten zu verhindern. US-Außenamtssprecher Richard Boucher sprach sich auch gegen die Zerstörung palästinensischer Häuser aus.

Bei den israelischen Operationen in den Palästinensergebieten waren am Montag neun Menschen getötet worden, darunter acht in einem Flüchtlingslager in der Stadt Gaza. Unter den Toten waren auch ein Jugendlicher und eine Schwangere. Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas sagte jedoch am Dienstag, ihm sei nichts von einer getöteten schwangeren Frau bekannt.

In Dschenin kam es am Dienstag zu einem Feuergefecht, nachdem Soldaten versuchten, einen militanten Palästinenser festzunehmen. Dabei wurde ein 17-Jähriger erschossen. Vier weitere Palästinenser erlitten Schussverletzungen. Israelische Siedler verletzten am Dienstag bei einem Dorf südlich von Nablus einen 14-jährigen Palästinenser durch Schüsse. Zunächst war von einem neunjährigen Jungen die Rede gewesen. Ein israelischer Polizeisprecher sagte, die Siedler hätten geschossen, nachdem ihr Auto von Palästinensern mit Steinen angegriffen worden war.

Bei Razzien im Bereich der Städte Nablus, Ramallah und Hebron in der Nacht zum Dienstag nahmen Soldaten nach israelischen Angaben etwa 30 Palästinenser fest. Zwei der in Nablus festgenommenen Männer hätten Selbstmordanschläge in Israel geplant, hieß es.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon formulierte unterdessen am Dienstag bei der ersten Kabinettssitzung die Hauptziele seiner neuen Regierung. Während der Versammlung in Jerusalem sagte Scharon unter anderem, man strebe mehr Sicherheit für die Bürger Israels, wirtschaftliche Stabilität und eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Palästinensern an. Ein weiteres Ziel sei es, mehr Einwanderer nach Israel zu bringen und ihre Integration zu gewährleisten. Das neue Kabinett besteht aus 23 Ministern von vier Parteien.

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