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17 Tote bei neuer Gewalt im Irak

Bei neuer Gewalt im Irak sind insgesamt 17 Menschen ums Leben gekommen. Auf dem stark besuchten Marktplatz der südirakischen Stadt Diwanija explodierte nach Polizeiangaben eine Bombe, sieben Menschen starben, 15 wurden verletzt.

dpa BAGDAD. Bei neuer Gewalt im Irak sind insgesamt 17 Menschen ums Leben gekommen. Auf dem stark besuchten Marktplatz der südirakischen Stadt Diwanija explodierte nach Polizeiangaben eine Bombe, sieben Menschen starben, 15 wurden verletzt. Am Abend schossen Unbekannte Raketen auf ein Hotel in der City von Bagdad.

Der Anschlag habe sich gegen eine US-Patrouille gerichtet, habe diese aber verfehlt. Bei einer Offensive der US-Streitkräfte und irakischer Sicherheitskräfte starben bei Hilla südlich von Bagdad sechs irakische Zivilisten, bei einer Reihe von Anschlägen starben weitere vier Menschen. Die US-Streitkräfte ließen unterdessen einen Bagdader Gefolgsmann des radikalen Schiiten-Predigers Muktada el Sadr frei.

Nach Angaben des US-Fernsehsenders CNN schlugen zwei Raketen am Sheraton-Hotel im Zentrum Bagdads ein. CNN zeigte Bilder von Leuchtspurgeschossen im gut bewachten Gebiet zwischen dem Sheraton- und dem Palestine-Hotel. Vor dem Sheraton brach ein Feuer aus, in der Hotel-Lobby entstand Sachschaden. Ob es bei dem Zwischenfall Opfer gab, war zunächst unklar. In den Hotels sind zahlreiche ausländische Journalisten untergebracht.

Im südlichen Vorland von Bagdad setzten das US-Militär und irakische Sicherheitskräfte ihre Offensive fort, die zwei Tage zuvor aufgenommen worden war. 1 600 amerikanische und irakische Soldaten rückten im Morgengrauen in Hilla, 100 Kilometer südlich von Bagdad, ein. Unterstützt von Panzern und Hubschraubern durchkämmten sie ein Stadtviertel nach Aufständischen, berichteten Augenzeugen. Bei den Gefechten in Hilla kamen nach Krankenhausangaben sechs Zivilisten ums Leben. Weitere Verbände unternahmen Vorstöße in die Ortschaften Latifija und Jussufija, 40 Kilometer südlich von Bagdad. Die Region ist schon seit langem Operationsgebiet von Aufständischen und Kriminellen.

Bei einem Bombenanschlag auf einen Transportkonvoi kam am Mittwochabend in der Nähe der Aufständischen-Hochburg Falludscha ein amerikanischer Soldat ums Leben. Zwei Soldaten wurden verletzt, wie das US-Militärkommando in Bagdad mitteilte.

Ein weiterer Sprengsatz tötete in der Nacht zum Donnerstag bei Bedschi, 200 Kilometer nördlich von Bagdad, einen US-Soldaten. Ein ziviler Übersetzer der angegriffenen US-Streife erlitt Verletzungen. Bei einem Schusswechsel zwischen US-Soldaten und Aufständischen starben am Donnerstag in Falludscha zwei Zivilisten in ihrem Auto.

Das US-Militär ließ Scheich Moajad el Chasradschi, einen wichtigen Gefolgsmann von Muktada el Sadr, frei. Dies bestätigte ein Sprecher der Sadr-Bewegung in Bagdad. Chasradschi war als Vorsteher der Moschee in der südwestlichen Bagdader Armen-Vorstadt El Bajaa vor genau einem Jahr festgenommen worden. Ihm war vorgeworfen worden, in seinem Gotteshaus Waffen gelagert zu haben.

Beobachter in Bagdad deuteten die Freilassung Chasradschis als Zeichen für eine möglicherweise bevorstehende Einigung über die Beilegung der Feindseligkeiten in der schiitischen Armen-Vorstadt Sadr-City. El Sadrs Miliz, die so genannte Mahdi-Armee, liefert sich dort regelmäßig Kämpfe mit den US-Truppen.

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