18 Flugzeuge werden reaktiviert
Lufthansa setzt mehr Jets ein als geplant

Gut ein halbes Jahr nach dem Einbruch des Luftverkehrs stockt die Lufthansa die Anzahl ihrer Maschinen deutlicher auf als zunächst geplant: Statt zehn will die Airline jetzt 18 ihrer 43 stillgelegten Jets wieder in Dienst nehmen. Kartellamt und Oberlandesgericht sorgen allerdings für Gegenwind.

hz/ebe FRANKFURT/M. Trotz enttäuschender Buchungszahlen im März wird die Lufthansa die Zahl ihrer Flüge auf der Langstrecke stärker aufstocken als bisher geplant. Nach Angaben der Fluggesellschaft sollen nunmehr 18 der 43 Flugzeuge reaktiviert werden, die wegen der Luftfahrtkrise infolge der Anschläge des 11. September stillgelegt worden waren. Bisher war nur der Wiedereinsatz von zehn dieser Maschinen geplant. Die Kapazitäten liegen allerdings noch immer 5 % unter dem Niveau des Sommerflugplans 2001. Neben den reaktivierten Jets will die Lufthansa auch vier neue Maschinen zusätzlich einsetzen. In Europa kämen weitere Plätze nach Großbritannien, Frankreich und Spanien hinzu.

Die Airline setzt damit ungeachtet schwacher Verkehrszahlen für den März auf eine Erholung des internationalen Luftverkehrs. Der Verkauf von Sitzkilometern und die Gesamtzahl an Fluggästen hatten sich im vergangenen Monat wieder etwas schlechter entwickelt als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat rutschten die Zahlen wieder in den negativen zweistelligen Prozentbereich ab. Die sich im Februar abzeichnende schnelle Erholung scheine sich etwas zu verlangsamen, urteilten die Analysten von SES Research. Die Experten stufen die Lufthansa-Aktie jedoch weiter als "Outperformer" ein.

Ein herber Rückschlag für die Airline bedeutet jedoch die vorläufige Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf, wonach Lufthansa nicht mit Billigflügen auf der Strecke Frankfurt-Berlin gegen den Mitbewerber Germania konkurrieren darf. Dem Beschluss zufolge muss Lufthansa die Tickets auf dieser Strecke fortan um mindestens 30,50 Euro teurer anbieten als der Konkurrent.

Ralf Teckentrup, Netzmanagement-Vorstand der Lufthansa, hält den Eingriff für eine unzulässige Regulierung des Luftverkehrs. "Wenn nun auch noch ein deutsches Gericht einen neuen, aus seiner Sicht angemessenen Mindestpreisabstand vorgibt, so wird Lufthansa damit im europäischen Wettbewerbsumfeld ganz klar benachteiligt," sagte Teckentrup. Der Airline-Manager fürchtet dabei weniger den neuen Konkurrenten Germania als vielmehr die Folgewirkung des Entscheids. Für die Lufthansa könnte er Konsequenzen haben, die weit über die Strecke Frankfurt-Berlin hinaus gehen.

Nach Ansicht von Analysten muss sich die deutsche Nummer Eins darauf einstellen, dass sie Billig-Airlines auf Inlandsflügen künftig kaum mehr über den Preis Paroli bieten darf. Nach Auffassung des Kartellamts muss sich das höhere Service-Niveau der Lufthansa und Zusatzleistungen wie das Vielfliegerprogramm "Miles & More" im Preis bemerkbar machen. Die Behörde vermutet, mit den jetzigen Kampfpreisen wolle die Lufthansa kleine Mitbewerber wie Germania aus dem Markt drängen.

Durch das Urteil dürfte das Geschäft für Billig-Airlines wie Ryanair, DBA (früher Deutsche BA) und Germania leichter werden. Auch für noch nicht in Deutschland tätige Billig-Airlines könnte der Reiz steigen, auf dem hiesigen Markt Fuß zu fassen.

Quelle: Handelsblatt

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