185 Häuser niedergebrannt
Flammendes Inferno in Arizona

Die beiden im US-Bundesstaat Arizona wütenden Waldbrände sind trotz Dauereinsatzes der Feuerwehr zu einem riesigen brennenden Inferno zusammengewachsen. Eine mehr als 80 Kilometer lange Feuerwand walzte über mehrere Ortschaften gut 200 Kilometer nordöstlich von Phoenix.

dpa PHOENIX. 185 Häuser wurden bis Sonntag Opfer der Flammen, berichtete der für den Feuerwehreinsatz zuständige Sprecher der Waldbehörde, Jim Paxon. Mit Schutzwällen und feuerresistentem Schau gelang es allerdings, fast 2 000 Häuser vor den Flammen zu schützen. "Der Brand ist völlig außer Kontrolle", sagte Paxon

.

Die Einsatzzentrale und das Medienzentrum befinden sich im Gymnasium der Ortschaft Show Low, nur noch wenige Kilometer von der Frontlinie des Feuers entfernt. Der Ort glich einer Geisterstadt. Die 7 700 Einwohner waren am Samstagabend evakuiert worden. 15 000 waren aus anderen Orten geflohen, als sich die Flammen näherten. Über Show Low stand am Sonntag eine riesige Qualmwolke, Asche regnete nieder. Paxon schloss nicht aus, dass der Brand den ganzen Ort in Flammen setzen könnte. "Wir befinden uns in einer sicheren Zone", versicherte Paxon den Medienvertretern vor Ort.

"Wenn die Flammen kommen, werden wir in das Gebäude gehen. Dort gibt es frische Luft. Von dort aus können wir das Feuer vorbeiziehen sehen. Sollte das passieren, werdet ihr euren Kindern noch davon erzählen." Das Gymnasium ist von einer asphaltierten Straße und einem breiten Grasgürtel umgeben. Die Flammen können nach Angaben der Polizei deshalb auf das Gebäude nicht übergreifen.

Helfer kapitulieren

Die Feuerwehr hatte am Samstag vergeblich versucht, eine Schneise zwischen die beiden Waldbrände zu schlagen. Sie konnten der Flammen jedoch nicht Herr werden. Am Spätnachmittag mussten mehrere hundert Feuerwehrleute und freiwillige Helfer kapitulieren. Kräftiger Wind hatte die mehr als 100 Meter hohen Flammen aufeinander zu getrieben. Der Brand hatte bis Sonntag mehr als 100 000 Hektar Land vernichtet.

"Wir sind Mutter Natur ausgeliefert", sagte Einsatzleiter Larry Humphrey. Die Kiefern und Wacholdersträuche brennen nach der jahrelangen Dürre wie Zunder. Der Einsatz der Feuerwehr kostet nach Angaben von Paxon rund eine Mill. Dollar pro Tag. Die Gouverneurin von Arizona, Jane Hull, forderte Präsident George W. Bush auf, die Region zum Katastrophengebiet zu erklären. Damit würde Bundeshilfe zur Feuerbekämpfung freigegeben.

Das Nationale Feuerzentrum hat landesweit höchste Alarmbereitschaft verhängt. Damit werde signalisiert, dass die Bekämpfungsbehörden an der Grenze ihrer Kapazitäten arbeiteten, sagte ein Sprecher des Zentrums. Diese Stufe wird normalerweise erst im August erreicht. In dieser Situation könne die Feuerwehr schon bald gezwungen sein, das Militär um Hilfe zu bitten, hieß es. Insgesamt brennen in sieben Bundesstaaten 17 große Feuer. 890 000 Hektar sind nach Angaben des Zentrums in diesem Jahr bereits verbrannt, fast drei Mal so viel wie im vergangenen Jahr um diese Jahreszeit.

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