1860-Präsident Wildmoser weist Vorwürfe in der Bestechungsaffäre zurück
Wildmoser senior: Ich bin frei von Schuld

Der Präsident des Bundesligisten TSV 1860 München Wildmoser hat jegliche Beteiligung in der Bestechungsgeldaffäre abgestritten und als Kavaliersdelikt heruntergespielt. Er habe von nichts gewusst, sagte er.

HB BERLIN. Der am Freitag aus der Haft entlassene 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser sieht den Ermittlungen gegen ihn gelassen entgegen. Im «ZDF-Sportstudio» am Samstagabend wies er jede Schuld an der Bestechungsgeldaffäre von sich. Auf die Frage, ob er frei von Schuld sei, sagte er, «ja das bin ich». Auch am Sonntag in der ZDF-Sendung «Doppelpass» versuchte der Senior, den Vorwurf der Korruption als Kavaliersdelikt hinzustellen. «Wer einen Fulltime-Job hat, weiß, dass man nicht alles liest, was man unterschreibt», sagte Wildmoser. Dies sei wohl «fahrlässig», aber doch «ein ganz normaler Vorgang».

Die «Süddeutsche Zeitung» hatte am Samstag einen Ermittler zitiert, der Unterschriften Wildmosers auf Dokumenten mit hohen Geldeingängen gefunden hatte. Insgesamt soll eine Summe von 2,8 Millionen Euro - ein Zehntel der Kosten des Fußball-Stadions - an Wildmoser junior geflossen sein. Im DSF sagte Wildmoser, dass dieses Geld aus einem Hausverkauf seines Sohnes gewesen sei. Es hätte für Vater und Sohn keinen Grund gegeben, Schmiergelder zu kassieren, «denn das Stadion von Alpina war ideal für uns. Wir wollten ja gar kein anderes.»

Wildmoser senior bekräftigte in beiden Fernsehsendungen, er habe von den Geschäften seines Sohnes nichts gewusst. Die Zuständigkeiten seien aufgeteilt gewesen: Er habe sich um Angelegenheiten in München und sein Sohn um die in Dresden gekümmert, sagte Wildmoser senior. Überdies habe er den Zeugen, der sich selbst belastet habe, nur deshalb eingestellt, damit dieser seinen Sohn kontrolliere. Deswegen habe er sich darum nicht gekümmert.

Den Bericht der «Süddeutschen Zeitung» wollte Wildmoser im ZDF-Sportstudio nicht kommentieren. So ein «Käseblatt» lese er nicht, sagte er. «Die haben doch von Sport überhaupt keine Ahnung.» Auf die Frage, ob er denn negative Auswirkungen auf die WM 2006 befürchte, sagte Wildmoser, die Affäre habe damit nichts zu tun. Er betonte, wenn er sich nicht dafür eingesetzt hätte, dann würde die WM 2006 an der Stadt München vorbeigehen.

Wildmoser will weiter öffentlich seine Unschuld beteuern. Nach seinem Auftritt im «Aktuellen Sportstudio» und «Doppelpass» ist er am kommenden Montag Gast in der Sendung «Blickpunkt Sport» im Bayerischen Fernsehen (ab 21.45 Uhr). Am gleichen Abend tagen auch die Gremien des TSV 1860 und des FC Bayern wegen der Stadion-Affäre. Es sind Liveschalten vorgesehen.

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