19 Anträge genehmigt
Krankenkassen wollen Beiträge erhöhen

Trotz des geplanten Sparpakets der Bundesregierung wollen zahlreiche Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen. Rund 90 gesetzliche Krankenkassen wollen nach Hochrechnungen des Bundesversicherungsamtes (BVA) ihre Beiträge anheben. Dem Amt lägen bisher 29 Anträge vor, von denen 19 genehmigt worden seien, sagte ein Sprecher des Amtes am Montag in Bonn.

HB/dpa BONN/HAMBURG. Es sei nicht auszuschließen, dass noch weitere 60 Anträge eingereicht würden. Das Bundessozialministerium erklärte, "vielleicht" müssten einzelne Kassen ihre Beiträge erhöhen.

Zu einem Termin der Beitragssatzerhöhung machte der Sprecher des Bundesversicherungsamtes keine Angaben. Die "Bild"-Zeitung (Montag) hatte berichtet, dass rund 100 gesetzliche Kassen zum 1. Januar 2003 ihre Beiträge erhöhen wollen.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will die Kassen im nächsten Jahr um rund 3 Mrd. Euro entlasten. Im Gegenzug sollten die Krankenkassen ihre Beiträge für 2003 einfrieren. Ausnahmen waren aber vorgesehen. Der Bundesrat hatte das Notpaket für Rente und Gesundheit am vergangenen Freitag vorläufig gestoppt. Nun befasst sich der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat am 5. Dezember mit dem Sparpaket.

Zu den Krankenkassen, die ihre Beiträge erhöhen wollen, gehört auch die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK). DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht des Hörfunksenders NDR 90,3. Er betonte aber, die Höhe der Steigerung stehe noch nicht fest. Darüber werde der Verwaltungsrat am 10. Dezember entscheiden. Die DAK hat bundesweit rund 5,4 Mill. Mitglieder.

Nach Informationen des Senders soll der DAK-Beitragssatz von derzeit 14,5 auf 15,2 % steigen. Auch bei der Barmer Ersatzkasse seien Beitragserhöhungen unumgänglich. Die beiden größten Ersatzkassen hätten jeweils ein Defizit von rund 400 Mill. Euro. Auch bei den Betriebskrankenkassen Esso, Shell, Securvita und weiteren Kassen stünden Beitragserhöhungen an, hieß es.

DAK-Sprecher Bodanowitz erklärte, die Einnahmeprobleme der Kasse seien vor allem auf die Tarifentwicklung und die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit zurück zu führen. Gleichzeitig setzten sich die Ausgabensteigerungen bei Arznei- und Heilmitteln fort. Auch bei den Krankenhauskosten gebe es Steigerungen um rund vier Prozent.

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums wollte keine Prognose abgeben, wie hoch der durchschnittliche Krankenkassenbeitrag 2003 steigen wird. Der wichtigste Berater Ulla Schmidts, der Gesundheitsökonom Karl Lauterbach, hatte allerdings vorausgesagt, der Beitragssatz werde voraussichtlich von 14 auf 14,2 % im Schnitt steigen. Die Union geht von einem noch höheren Anstieg aus.

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