19 Dollar je Barrel
Ölpreis verharrt nahe Zweijahrestief

Die Ölpreise haben am Mittwoch ungeachtet der wiederholten Ankündigung einer Drosselung der Opec-Ölexporte nahe 19 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit auf dem niedrigsten Niveau seit zwei Jahren verharrt.

Reuters FRANKFURT. Branchenexperten begründeten die Entwicklung mit dem Dilemma, mit dem sich die Opec derzeit konfrontiert sieht. Zwar wolle das Kartell die Preise wieder in den angestrebten Preisrahmen zwischen 22 und 28 $ anheben, doch wolle es sich auch nicht dem Vorwurf aussetzen, durch höhere Preise zur weltweiten Abschwächung der Konjunktur beizutragen. Zudem sei es der Opec nicht gelungen, wichtige Förderländer außerhalb des Kartells, wie Russland, Mexiko und Norwegen in ihre geplante Drosselung der Ölförderung und Exporte einzubinden. "Dass ist eine schwierige Gemengelage", sagte eine Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in Hamburg.

Opec-Generalsekretär Ali Rodriguez hatte noch am Morgen erklärt, die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) berate über den für ein Ende des Ölpreissturzes notwendigen Umfang einer Drosselung der Fördermengen. Dabei erwäge das Kartell auch eine Drosselung der Produktion um mehr als eine Million Barrel pro Tag (bpd), sagte Rodriguez am Mittwoch am Rande der Weltklimakonferenz im marokkanischen Marrakesch. Eine endgültige Entscheidung werde die Opec bei ihrem Treffen am 14. November in Wien treffen.

Der MWV-Sprecherin zufolge steht die Opec nach den Anschlägen in den USA am 11. September wegen der schwachen Konjunktur und der davon ausgehenden geringeren Nachfrage unter Druck. Deshalb reagiere das Kartell bisher recht zögerlich mit einer Drosselung der Ölexporte. Im Gegensatz zu früheren Ankündigungen einer Verringerung der Ölexporte, auf die die Preise sofort mit einem Anstieg reagierten, waren sie diesmal weiter gefallen. "Wenn die Opec nächste Woche Förderung und Export drosselt und die Preise fallen weiter, hat sie sich selbst ins Knie geschossen", sagte die Sprecherin.

Drosselung der Fördermenge geplant

Die Gefahr von Marktanteilsverlusten der Opec im Falle einer weiteren Reduzierung ihrer Ölexporte halten Branchenexperten für eher gering. Zwar hätten Norwegen, Mexiko und Russland angekündigt, trotz der Stabilisierungsbemühungen der Opec ihre Förderkapazität weiter voll auszulasten, doch entfielen derzeit etwa 40 Prozent der weltweiten Ölexporte auf die Opec. Damit dürfte das Kartell über genügend Spielraum verfügen, die derzeit überschüssigen Mengen vom Markt zu nehmen.

Zahlreiche Ölminister der Opec haben mittlerweile signalisiert, das Kartell konzentriere sich auf eine Drosselung um eine Million von gegenwärtig 23,2 bpd. Damit würde die Opec zum vierten Mal in diesem Jahr die Förder- und Exportmengen reduzieren.

Trotz der absehbaren Drosselung der Opec-Fördermengen war der Ölpreis am Dienstag wegen der Abschwächung der Weltwirtschaft erstmals seit über zwei Jahren vorübergehend unter 19 Dollar gefallen. Seit den Anschlägen in den USA am 11. September hat sich das Barrel damit um mehr als acht Dollar verbilligt. An der Londoner Warenterminbörse International Petroleum Exchange (IPE) wurde ein Barrel der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Dezember am Nachmittag mit 19,37 Dollar um 30 US-Cents teurer als am Vorabend gehandelt.

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