1993 Rücktritt wegen "Putzfrauen-Affäre"
Ex-Bundesminister Krause muss ins Gefängnis

Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) muss ins Gefängnis. Das Rostocker Landgericht verurteilte den 49-Jährigen am Montag wegen Betrugs, Untreue und versuchter Steuerhinterziehung zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Gegen das Urteil ist Revision möglich.

HB/dpa ROSTOCK. Nach Ansicht der Richter hat Krause als Geschäftsführer seiner "Aufbau Investitionen GmbH" den Großteil eines Elf-Millionen- Mark-Kredites der Bayerischen Landesbank veruntreut. Der wirtschaftliche Gesamtschaden soll etwa 6,5 Millionen Euro betragen. Die Verteidigung hatte Freispruch, die Staatsanwaltschaft vier Jahre und zehn Monate Haft gefordert.

Der Politiker hatte den Millionen-Kredit im Juli 1993, zwei Monate nach seinem Rücktritt als Minister wegen der "Putzfrauen-Affäre", erhalten. Das Darlehen sollte ursprünglich für Bauinvestitionen im Osten genutzt werden. Krause hatte für die DDR unter anderem den Einigungsvertrag sowie Vereinbarungen über die Währungsunion ausgehandelt.

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