1999 aus der Taufe gehoben
Der Euro: Eine Chronologie

Am 4. Januar 1999 war der Euro mit 1,1797 Dollar in den ersten offiziellen Handelstag gestartet. Danach schwächte sich der Wechselkurs gegenüber dem Dollar kontinuierlich ab. Erst fünf Monate nach der Einführung des Euro-Bargeldes Anfang 2002 kündigte sich ein nachhaltiger Aufwärtstrend an.

Reuters FRANKFURT. 15. Juli - Der Euro erreicht erstmals seit Februar 2000 die psychologisch wichtige Marke von einem Dollar. Der Euro notiert um 13.30 Uhr MESZ mit 1,0030 Dollar. Die Gemeinschaftswährung verzeichnet damit in diesem Jahr einen Kursgewinn gegenüber dem Dollar um mehr als zwölf Prozent.

11. Juli - Die Finanzminister der Euro-Zone, EU-Währungskommissar Pedro Solbes und der Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, begrüßen in einer Mitteilung den Kursanstieg des Euro und erklären, dass ein starker Euro im Interesse der Euro-Zone stehe. Der Euro wird um 0,9880 Dollar gehandelt.

28. Juni - Der Euro erreicht mit 0,9990 Dollar den höchsten Stand seit Februar 2002. Der US-Bürogeräteherstellers Xerox teilt mit, dass er eine Berichtigung seiner Umsatzzahlen der vergangenen fünf Jahre in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar erwarte.

26. Juni 2002 - Der Euro erreicht mit 0,9944 Dollar den höchsten Stand seit Februar 2002. Auslöser ist das Eingeständnis des Telekommunikationskonzerns WorldCom von Fehlbuchungen über rund vier Milliarden Dollar. Erstmals seit Oktober 1999 klettert der Euro zum Pfund auf 65,20 Pence - die britische Währung kostet damit wieder drei Mark.

20. Juni 2002 - Der Euro steigt erstmals seit Juni 2000 über 0,96 Dollar. Anlass ist das Rekorddefizit der US-Leistungsbilanz im ersten Quartal. Dies verstärkt die Sorge darüber, dass die Kapitalströme in die USA weiter nachlassen und der Dollar fällt.

2. Januar 2002 - Die Gemeinschaftswährung von zwölf europäischen Ländern legt in einer euphorischen Stimmung an den Devisenmärkten über den erfolgreichen Euro-Bargeldumtausch ein Prozent zu Dollar, Pfund und Yen über 90 US-Cent zu.

11. Dezember 2001 - Die US-Notenbank senkt ihren Leitzins zum elften Mal in diesem Jahr auf 1,75 Prozent, den tiefsten Stand seit 40 Jahren. Euro-Schlusskurs: 0,8926 Dollar.

2. Dezember 2001 - Der US-Energiekonzern Enron meldet Insolvenz an, nachdem er Verluste in Milliardenhöhe durch zweifelhafte Bilanzierungspraktiken verschleiert hatte. Es ist die größte Pleite in der US-Firmengeschichte.

8. November 2001 - Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt die letzte von vier Zinssenkungen auf 3,25 Prozent im Schlüsselzins vor. Euro-Schlusskurs: 0,8926 Dollar.

17. September 2001 - Der Euro erreicht wegen der Schwäche der US-Aktienmärkte nach den Selbstmordanschlägen in den USA den höchsten Stand seit sechs Monaten mit 0,9333 Dollar. 11. September 2001 - Anschläge auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidungsministerium in Washington. Der Euro legt zwei Prozent auf 0,9169 Dollar zu.

31. Juli 2001 - Der Euro fällt auf 0,8344 Dollar, nur noch gut einen Cent von seinem Rekordtief entfernt. Die Anleger kreiden der EZB an, die Zinsen nicht so beherzt zu senken wie die US-Notenbank, um den Konjunkturabschwung zu bremsen.

3. Januar 2001 - Die US-Notenbank beginnt mit einer überraschenden Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 6,00 Prozent aggressive Zinssenkungen. Euro-Schlusskurs: 0,9281 Dollar.

3., 6., 10. November 2000 - Die EZB interveniert am Devisenmarkt und kauft Euro auf, um den Kursrückgang aufzuhalten. Der Euro fängt sich bei 0,86 Dollar.

26. Oktober 2000 - Der Euro fällt auf ein Rekordtief von 0,8225 Dollar - ein Verlust von 30 Prozent seit seinem Start.

16. Oktober 2000 - EZB-Präsident Wim Duisenberg sagt, er hielte es nicht für sinnvoll, zu Gunsten des Euro zu intervenieren, wenn die Nahostkrise einen Kursrückgang auslösen sollte. Der Devisenmarkt legt das als sträfliche Missachtung des Wechselkurses aus, der Euro fällt auf 0,8455 Dollar.

22. September 2000 - Die Notenbanken der sieben führenden Industrieländer intervenieren gemeinsam am Devisenmarkt, um den Euro nach seinem Rückgang auf 0,85 Dollar zu stützen.

28. Juli 2000 - Ein Wirtschaftswachstum in den USA von 5,2 Prozent im zweiten Quartal bestärkt die Anleger in der Ansicht, dass die US-Wirtschaft stärker als die der Euro-Zone ist. Euro-Schlusskurs: 0,9230 Dollar.

2. Dezember 1999 - EZB-Präsident Wim Duisenberg bekräftigt, der Euro habe starkes Aufwertungspotenzial. Der Euro fällt auf einen Kurs von eins zu eins zum Dollar.

8. April 1999 - Die EZB ändert zum ersten Mal die Zinsen und und senkt sie um 50 Basispunkte auf 2,50 Prozent im Schlüsselzins. Euro-Schlusskurs: 1,0798 Dollar.

11. März 1999: Der überraschende Rücktritt des deutschen Finanzminister Oskar Lafontaine verschafft dem Euro eine Atempause, er erholt sich um zwei Cent auf 1,10 Dollar.

4. Januar: Die Gemeinschaftswährung wird in Sydney erstmals gehandelt. Ein Euro kostet 1,1747 Dollar. Bis Ende Februar verliert der Euro sieben US-Cent auf Kurse um 1,10 Dollar.

1. Januar: Der Euro wird von den elf Gründerländern der Europäischen Währungsunion (EWU) aus der Taufe gehoben.

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