1 000er Marke hält erwartungsgemäß nicht
Analyse: Neuer Markt im Abwärtstrend

Schlechte Jahresergebnisse, Insolvenzen, Bilanzierungs-Fehler, neue Kriegsängste - das Umfeld für deutsche Aktien am Neuen Markt könnte wahrlich besser sein.

Immer noch verhageln schlechte Jahresergebnisse einzelner Unternehmen die Stimmung am Neuen Markt. Heute musste der Nemax-50-Wert D.Logistics deutlich unter den Erwartungen liegende Zahlen für 2001 bekanntgeben. Die beiden Pleiten aus der vergangenen Woche - Carrier 1 und Softmatic - wirken ebenfalls noch negativ nach. Kein Wunder, dass die beiden Indizes erstmals seit dem 31. Oktober 2001 wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1000 Punkten gefallen sind. Die Stimmung ist derart negativ, dass viele Analysten für diese Woche mit einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung rechnen.

Tatsächlich ist dieses Szenario nicht auszuschließen. Denn anders als beim Dax, wo die Wahrscheinlichkeit wächst, dass das vierte Quartal 2001 in vielen Branchen den Tiefpunkt der negativen Wachstumsraten markiert hat, scheint bei den Nemax-Unternehmen noch viel Platz für fundamentale Negativ-Schlagzeilen zu sein. Und solange diese Negativ-Phantasie nicht durch Kauf-induzierende Nachrichten abgelöst wird, mag sich kaum jemand nennenswert am Neuen Markt engagieren. Die Folge: Schon kleine Verkaufsaufträge lösen mangels Kauf-Angeboten kleinere Kurs-Katastrophen aus.

Dabei haben Deutschlands Wachstums-Aktien keine Sonderrolle im weltweiten Börsen-Konzert. Aus Amerika, wo die allgemeine Stimmung sich bereits verbesserte, kamen zuletzt auch nicht gerade Vertrauens- und Kauf-erweckende Meldungen. So traten offenbar bei IBM und dem Chip-Hersteller Nvidia Rechnungslegungs-Fehler auf. Die Nasdaq - Vorbild für den Nemax - rauschte abwärts.

Da weitere Nackenschläge zu erwarten sind und auch ein Militärschlag der USA gegen den Irak in der Luft liegt, werden Deutschlands Neuer-Markt-Aktien kurzfristig unter Schwankungen wohl weiter abwärts trudeln.

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