2:0 gegen harmlose Polen
Historischer Sieg für Südkorea

Siegestaumel in Südkorea - Tristesse im polnischen Lager. Eine auf ganzer Linie enttäuschende polnische Mannschaft unterliegt dem stark aufspielenden Gastgeber mit 0:2. Für Südkorea war es der erste WM-Sieg überhaupt - und ein brillianter Auftakt.

dpa BUSAN. Frenetisch gefeiert von 53 000 Landsleuten im "Asiad Main Stadium" mit Staatspräsident Kim-Dae Jung an der Spitze ist Südkorea mit einem historischen Erfolg in die 17. Fußball- Weltmeisterschaft gestartet. Die Gastgeber gewannen am Dienstag das Auftaktspiel der Gruppe D in Busan gegen Polen verdient mit 2:0 (1:0) und errangen bei ihrer sechsten Endrunden-Teilnahme nach bisher vier Unentschieden und zehn Niederlagen den im ganzen Land ersehnten ersten Sieg.

Sun-Hong Hwang (26.) und Sang-Chul Yoo (53.) belohnten mit ihren Toren koreanischen Fußball mit Herz und lassen die Fans vom Achtelfinale träumen. Dagegen blieb die polnische Mannschaft bei ihrem ersten WM-Auftritt nach 16 Jahren weit hinter den Erwartungen zurück.

Der Erwartungsdruck der südkoreanischen Öffentlichkeit, die von ihrer Mannschaft nichts anderes als den ersten WM-Sieg sehen wollte, schien anfangs schwer auf der Elf des niederländischen Trainers Guus Hiddink zu lasten. Rund 20 Minuten benötigten die Gastgeber, um ihre Nerven in den Griff und das Heft gegen die mit vier Bundesliga-Profis angetretenen Polen in die Hand zu bekommen. Dann bliesen sie zur Offensive und deckten die Schwächen der gegnerischen Abwehr mit dem Schalker Duo Tomasz Hajto und Tomasz Waldoch schonungslos auf.

Nach einem ersten Warnschuss von Yoo (20.), der haarscharf am Tor von Jerzy Dudek vorbeistrich, nutzte Hwang die zweite Möglichkeit zum enthusiastisch gefeierten 1:0. Der beim japanischen Club Kashiwa Reyso beschäftigte Sturmführer verwertete eine flache Hereingabe von Eul-Yong Lee völlig freistehend mit spektakulärer Direktabnahme. Angesichts der flüssigen Kombinationen der Koreaner wurde der verletzt fehlende Regisseur Young-Pyo Lee überhaupt nicht vermisst.

Die Polen zeigten jedoch nicht nur Schwächen in der Abwehr, sie enttäuschten auch in der Offensive auf ganzer Linie. Behäbig und ohne zündende Ideen wurde der Ball aus dem Mittelfeld in die Spitze gespielt, wo der gefürchtete Emmanuel Olisadebe gegen seinen Bewacher Jin-Cheul Choi auf verlorenem Posten stand. Einzig Jacek Krzynowek sorgte auf dem linken Flügel gelegentlich für Wirbel, fand jedoch zu wenig Unterstützung. Mit einem Schuss aus spitzem Winkel vergab der Nürnberger die einzige polnische Torchance vor der Pause (2.).

Wie aufgedreht starteten die Gastgeber in die zweiten 45 Minuten. Als Yoo drei polnische Abwehrspieler wie Slalomstangen umkurvte und plötzlich aus 18 Metern freie Schussbahn hatte, war Dudek zum zweiten Mal geschlagen. In der Schlussphase waren die Hausherren durch den eingewechselten Jung-Hwan Ahn (78./84.) einem dritten Treffer näher als die Polen dem Anschluss. Auch mit dem Frankfurter Pawel Kryszalowicz, den Trainer Jerzy Engel im zweiten Durchgang als zusätzlichen Stürmer aufs Feld schickte, fand das kopflos anrennende Team den Schlüssel zum Erfolg nicht.

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