2:1 gegen Celtic
„Doppelter Makaay" rettet Bayern vor Fehlstart

Roy Makaay ist endgültig in München angekommen: Mit zwei Toren in der Schlussphase des Champions-League-Auftaktspiels gegen Celtic Glasgow schoss die niederländische Millionen-Neuerwerbung sich in die Herzen der Fans und bescherte dem FC Bayern den ersehnten Sieg. Doch es war ein Geduldsspiel für die Bayern.

HB MÜNCHEN. Nach dem Rückstand durch Alan Thompson (57.) sah es vor 48 000 Zuschauern zunächst nach einer totalen Pleite für den lange Zeit verkrampft auftretenden deutschen Rekordmeister aus. Dann aber triumphierte Makaay ausgerechnet an jener Stelle, wo er vor einem Jahr als dreifacher Torschütze für Deportivo La Coruna die 2:3- Niederlage der Bayern im Alleingang besorgt hatte: Mit seinem Volley-Knaller in der 73. Minute und einem Kunstschuss in der 86. Minute machte der Millionen-Einkauf aus einem 0:1 ein 2:1 und sorgte für Riesenerleichterung bei Trainer Ottmar Hitzfeld.

Wer auf eine schwungvolle Bayern-Rückkehr auf die internationale Bühne gehofft hatte, wurde sehr schnell eines Besseren belehrt. Die Partie entwickelte sich für die Bayern zu einem überaus zähen Geduldsspiel gegen eine Celtic-Elf, die sehr diszipliniert auftrat und dem Gegner im Mittelfeld keinen Raum ließ. Die Schotten suchten die Zweikämpfe, während bei den Münchnern die letzte Konsequenz fehlte, den Abwehrriegel knacken zu wollen.

Die Gastgeber waren offensichtlich von Hitzfeld eingeschworen worden, ein Kontertor auf jeden Fall zu verhindern. So wagte sich der Rekordmeister nur zaghaft in die gegnerische Hälfte, produzierte jedoch selbst bei dem langsamen Spielaufbau eine ungewohnt hohe Zahl leichter Fehler. Allen voran Hasan Salihamidzic, auf dem rechten Flügel ein Totalausfall, und Michael Ballack unterliefen reihenweise Ballverluste. Ballack hinterließ nicht den Eindruck, als habe er seine Wadenverletzung auskuriert. Und auch der Franzose Willy Sagnol, dessen Einsatz wegen einer Meniskusverletzung fraglich gewesen war, präsentierte sich nicht in gewohnter Verfassung.

So entwickelte sich eine über weite Strecken unansehnliche Partie. "Man spürt keine Spielfreude. Das ist alles nur Stückwerk", mäkelte Franz Beckenbauer bereits zur Halbzeit, als die Bayern mit gellenden Pfiffen begleitet wurden und mit dem 0:0 noch gut bedient waren. Denn vier Minuten vor dem Pausenpfiff hatte Torhüter Oliver Kahn einen Kopfball von Dianbobo Balde aus dem Tordreieck gefischt und so seine Farben vor dem Rückstand bewahrt. Auch in der 44. Minute hatte es im Bayern-Strafraum lichterloh gebrannt, als Robert Kovac nach einem Kopfball des Walisers John Hartson in höchster Not klärte.

Die Münchner hatten sich in der ersten Halbzeit nicht den Hauch einer Torchance erspielt, gefährlich war lediglich ein Freistoß von Owen Hargreaves (29.) knapp am Tor vorbei.

Nach dem Seitenwechsel sah es kurz danach aus, als würden die Hausherren auch Herr im Haus werden. Nach dem ersten Eckball köpfte Makaay in der 48. Minute knapp über das Tor, zwei Minuten später landete ein Kopfball von Ze Roberto neben dem Pfosten. Doch dann führte eine erneute Aneinanderreihung von Aussetzern in der Bayern - Elf zum Rückstand: Erst ließ sich Bixente Lizarazu in der eigenen Hälfte wie ein Anfänger den Ball abnehmen, bei der folgenden Flanke von Didier Agathe stellte Salihamidzic die Bewachung von Thomson ein, dessen Kopfball zwischen Pfosten und Kahn einschlug. Beide Sündenböcke wurden von Hitzfeld demonstrativ ausgewechselt.

Erst nach dem Rückstand wurden die Bayern mutiger und setzten die Celtic-Abwehr endlich unter Druck. Prompt kamen die Gastgeber zu Chancen. In der 68. Minute scheiterte Ballack noch an Magnus Hedman, bei Makaay Volley-Schuss nach Sagnol-Flanke und verunglückter Kopfball-Abwehr von Balde aber war der Celtic-Keeper in der 73. Minute machtlos. In der Schlussphase triumphierte Makaay dann erneut.

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