2:1 im Liga-Gipfel
Bayern stürmen gegen die Krise

Im "Gipfel der Emotionen" hat sich der FC Bayern München gegen neun Dortmunder aus der Krise geschossen und mit dem 2:1 (0:1)-Sieg seine Tabellenführung auf fünf Punkte ausgebaut.

HB/dpa MÜNCHEN. Nach einem Sturmlauf in der zweiten Hälfte verwandelten die Stürmer Roque Santa Cruz (62.) und Claudio Pizarro (65.) mit ihren Toren die frühe BVB-Führung durch Marcio Amoroso (7.) noch in einen Sieg.

"Zwischen der 46. Minute und dem 2:1 haben wir wahnsinnigen Fußball gespielt", jubelte Bayern-Manager Uli Hoeneß. Auch die Spieler waren erleichtert nach dem Befreiungsschlag: "Wir haben uns reingebissen in die Partie. Wir hatten ein Ziel, oben zu bleiben. Das ist uns gelungen", kommentierte Nationalspieler Michael Ballack.

Die Dortmunder haderten vor 63 000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion mit Schiedsrichter Michael Weiner aus Hildesheim, der die Nationalspieler Torsten Frings (41.) und Jens Lehmann (65.) vom Platz stellte. "Das ist ein heißes Thema", kommentierte Trainer Matthias Sammer. "Es ist sehr viel passiert und es war nicht immer glücklich", kritisierte er die Leistung des Unparteiischen. Für Hoeneß waren die Dortmunder selbst Schuld an Hektik und Unterzahl: "Der BVB hat phantastisch begonnen. Ich habe nicht verstanden, dass Dortmund sich mit Fouls selbst aus dem Rhythmus gebracht hat."

Anderthalb Wochen nach dem Champions-League-K.o. sieht für Ottmar Hitzfeld und den FC Bayern die Fußball-Welt wieder erfreulicher aus, während Meister BVB drei Tage nach dem Pokal-Aus auch im elften Jahr hintereinander nicht in München gewinnen konnte. Dabei erwischte der deutsche Meister einen Traumstart. "Wir haben die ersten 20 Minuten sehr, sehr gut gespielt", kommentierte Sammer, der Mut mit seiner Aufstellung bewiesen hatte. Mit Jan Koller, Amoroso und Ewerthon bot er drei Spitzen auf, was sich durch Amoros frühes Tor bezahlt machte. Auch in der Folge wirkte die Borussia zielstrebiger, aber Ewerthon verzog freistehend aus halbrechter Position (14.).

Nur langsam gelang es den verunsicherten Bayern, Druck aufzubauen. Regisseur Ballack wurde von Frings abgemeldet, auf der Gegenseite stand BVB-Spielmacher Tomas Rosicky im Schatten seines Bewachers Jens Jeremies. Das hitzigste Duell lieferten sich aber Dede und Hasan Salihamidzic. Als Dede kurz vor dem Platzverweis stand, wechselte ihn Sammer aus (36.). Trotzdem geriet der BVB kurz darauf in Unterzahl. Nach zwei Fouls innerhalb von 120 Sekunden an Bixente Lizarazu (39.) und Ballack (41.) zückte Weiner die gelb-rote Karte für Frings.

Der BVB rettete sich jedoch mit der Führung in die Pause, weil die Bayern kein Kapital aus ihren vielen Standardsituationen schlugen. Mit der Einwechslung von Pizarro als drittem Stürmer setzte Hitzfeld nach der Pause auf totale Offensive. Der BVB zog igelte sich mit zehn Mann am eigenen Strafraum ein, und das Tor von Lehmann wurde nahezu belagert. Santa Cruz fand schließlich mit einem wunderbaren Schuss von der Strafraumgrenze aus die Lücke im Abwehrbeton des BVB.

Nach dem 1:1 drängten die Bayern vehement weiter und wurden nur drei Minuten später erneut belohnt, als Pizarro nach Vorarbeit des starken Willy Sagnol sein siebtes Saisontor erzielte. "Mit dem 2:1 war die Partie praktisch entschieden", erklärte Hitzfeld. Zumal der schon verwarnte Lehmann nach dem zweiten Gegentor die Nerven verlor, reklamierte und ebenfalls gelb-rot sah. "Der Schiedsrichter scheint darauf gewartet zu haben", beschwerte sich Lehmann. Da Sammer zuvor sein Wechselkontingent ausgeschöpft hatte, musste Stürmer Koller ins Tor. Der Tscheche hielt seinen Kasten gegen kopflos anrennende Münchner sauber, zum Gegenschlag reichte es für den BVB nicht mehr.

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