2:1-Sieg bei Lokomotive Moskau
BVB: Wenig Euphorie nach Traumstart

Auf nationaler Ebene gab es in den vergangenen Wochen jede Menge Kritik, auf internationaler Bühne einmal mehr Applaus. Beim 2:1 (2:1)-Sieg gegen Lokomotive Moskau offenbarten die zuletzt schwächelnden Profis von Borussia Dortmund erneut ihr zweites Gesicht.

HB/dpa MOSKAU. Unbeeindruckt von den widrigen klimatischen Bedingungen, den schlechten Platzverhältnissen und dem frühen Rückstand schlugen sie in beeindruckender Manier zurück. Bei aller Genugtuung über den optimalen Start in die zweite Gruppenphase der Champions League hielt sich die Euphorie bei BVB-Sportmanager Michael Zorc in Grenzen: "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Im Falle einer Niederlage, hätten wir das Viertelfinale fast schon vergessen können."



Mit Blick auf die kommenden Aufgaben gegen Hochkaräter wie AC Mailand und Real Madrid wurde das 2:1 beim russischen Meister auch von Manndecker Christoph Metzelder als Pflichtsieg abgehakt. "Bei allem Respekt vor Moskau - aber wenn wir in dieser Gruppe bestehen wollen, müssen wir beide Begegnungen gegen Lokomotive gewinnen." Gleichwohl wurde die erfolgreiche Reise nach Russland als positives Signal für die Zukunft gewertet. Zumal die Borussia genau jene kämpferischen Tugenden erkennen ließ, die Matthias Sammer in den vergangenen fünf Pflichtspielen mit vier Niederlagen schmerzlich vermisst hatte. "Wir haben einen Tritt in den Hintern bekommen. Aber den hatten wir auch nötig", sagte Nationalspieler Christian Wörns in Bezug auf die lautstarke Kabinenpredigt des Trainers nach dem 0:2 in Wolfsburg am vergangenen Wochenende.

Doch die letzten Zweifel konnten beim ansehnlichen Kampfspiel im eisigen Moskau nicht ausgeräumt werden. Schließlich war den BVB - Profis schon das 2:1 gegen Arsenal London in der ersten Gruppenphase der europäischen Königsklasse offenbar zu Kopf gestiegen. Um einem ähnlichen Negativtrend wie nach der famosen Partie gegen den englischen Meister vorzubeugen, verzichtete auch Sammer bewusst auf verbale Streicheleinheiten: "Der Sieg gegen Lokomotive war wichtig, aber noch wichtiger ist das Spiel am Samstag in Nürnberg. Nur im Alltag können wir sicherstellen, dass wir solche positiven Erlebnisse wie heute in Moskau auch in Zukunft erleben können."

Rosicky: Kampf um Meisterschaft noch nicht aufgegeben

Vehement widersprach Tomas Rosicky der Theorie, wonach das Team den Kampf um die Meisterschale bereits aufgegeben und den um die begehrte europäische Trophäe intensiviert hat. "Wir müssen in beiden Wettbewerben bestehen", sagte der Spielmacher, obwohl er ebenfalls deutliche Qualitätsunterschiede ausgemacht hat. "Auch ich bin der Meinung, dass wir in der Champions League bisher besser als in der Bundesliga gespielt haben."

Das soll sich nach Meinung von Sebastian Kehl schon am Samstag ändern. "Bisher haben wir noch nichts erreicht und stehen in der Meisterschaft auf einem unbefriedigenden vierten Tabellenplatz. Deshalb müssen wir in Nürnberg unbedingt gewinnen", sagte der Mittelfeldspieler, der wider Erwarten in der Anfangself stand. Seinen Fauxpas von Montag, als er beim Start nach Moskau unentschuldigt gefehlt hatte, gestand er reumütig ein. "Ich habe mich bei der Mannschaft und beim Trainer entschuldigt. Aber ich bin auch nur ein Mensch und habe schlicht und ergreifend verpennt." Die angekündigte Strafe für seine verspätete Ankunft konnte seine Freude über das 2:1 nicht trüben: "Egal, wie sie ausfällt - ich werde sie hinnehmen."

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