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2:3 gegen Slowakei: Daviscup-Team steigt nicht auf

Das deutsche Daviscup-Team bleibt zweitklassig. Die Rückkehr in die Weltgruppe vor Augen versagten Thomas Haas und Debütant Florian Mayer im Zitterspiel von Bratislava und verpassten mit dem 2:3 gegen die Slowakei den Aufstieg ins Tennis-Oberhaus.

dpa BRATISLAVA. Das deutsche Daviscup-Team bleibt zweitklassig. Die Rückkehr in die Weltgruppe vor Augen versagten Thomas Haas und Debütant Florian Mayer im Zitterspiel von Bratislava und verpassten mit dem 2:3 gegen die Slowakei den Aufstieg ins Tennis-Oberhaus.

Statt in der Elite-Liga muss sich die Mannschaft von Kapitän Patrik Kühnen nun mindestens ein weiteres Jahr in der Europa/Afrika-Zone durchschlagen. Das erste Match wird vom 15. bis 17. Juli 2005 ausgetragen; der Gegner am 30. September ausgelost. Das Relegations-Finale steht vom 23. bis 25. September 2005 auf dem Terminplan.

Glücklos, ratlos und am Ende seiner Kräfte kassierte Haas gegen den vor 3 500 lärmenden Fans wie entfesselt aufspielenden Dominik Hrbaty mit 3:6, 3:6, 5:7 im dritten Spiel die erste Niederlage. Mayer hielt der Last der finalen Entscheidung danach nicht stand und unterlag dem von seinem Kapitän Miloslav Mecir kurzfristig aufgestellten und Daviscup-gestählten Karol Kucera mit 4:6, 0:6, 2:6. Danach sank der 20-Jährige auf seinem Stuhl zusammen und vergrub das Gesicht schluchzend in seinem Handtuch. Später sprach der Youngster von einer "schlimmen Erfahrung. Ich hatte starke Armschmerzen, aber das darf natürlich keine Entschuldigung sein."

"Es fällt mir schwer, das zu erklären. Mehr war einfach nicht drin. Das ist bitter, aber wir müssen die Leistung der Slowaken anerkennen", sagte Kühnen. "Hrbaty hat gespielt wie von einem anderen Stern. Ich weiß nicht, wer ihn heute hätte schlagen können", meinte der gleichfalls tief enttäuschte Haas. "Ich wollte nichts mehr, als zurück in die Weltgruppe. Aber Dominik hat sich in einen Rausch gespielt. Es ist so wahnsinnig frustrierend."

Mit einem Alexander Waske in Galaform an seiner Seite hatte er tags zuvor die Tür zur Daviscup-Weltgruppe weit aufgestoßen. Der Doppel-Spezialist aus Frankfurt am Main war der Garant für das 6:3, 6:3, 3:6, 4:6, 6:3 gegen Hrbaty/Kucera und durfte sich nach seiner prächtigen Vorstellung über Lob von allen Seiten freuen.

Dem Jubelsturm folgte im Gipfeltreffen der beiden Topspieler für Haas jedoch eine bittere Erfahrung und die zweite Niederlage in der 16. Daviscup-Partie. "Ich hatte gehofft, in den vierten Satz zu kommen und dem Match noch eine Wende zu geben. Aber nichts hat geklappt", sagte der 26-Jährige, der beim Daumendrücken für "Flo" anschließend ebenso erfolglos blieb.

Den 0:2-Fehlstart konnte der Youngster aus Bayreuth zwar postwendend ausgleichen, aber mit Kuceras Break zum 4:5 nahm das Unheil seinen Lauf. Die Taktik, auf Fehler des 30-Jährigen zu warten, erwies sich als falsch. Denn der Lokalmatador wurde mit jedem Schlag sicherer und spielte gegen den wie schon im Auftaktmatch gegen Hrbaty chancenlosen Mayer seine ganze Routine aus.

Seinen "letzten" Arbeitstag hätte sich Bundestrainer Kühnen, dessen Vertrag am diesem Tag, sicher anders vorgestellt. Nach dem Abstieg im Vorjahr in Sundern gegen Weißrussland, dem ersten einer deutschen Daviscup-Mannschaft seit 1983, musste der 38-Jährige einen weiteren Tiefpunkt als Kapitän einstecken. Trotzdem will der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Georg von Waldenfels, auf den Kapitän nicht verzichten. "Wir werden uns schnell auf eine weitere Zusammenarbeit verständigen", sagte er. Auch Kühnen will bleiben und sich noch effizienter einbringen. "Darüber werden wir in den nächsten Tagen sprechen."

Trotz der sportlichen Pleite gab es auch positive Aspekte in Bratislava. Kühnen hat es geschafft, eine Mannschaft zu formen, die auch in der Niederlage zusammenhält. Der verletzte Nicolas Kiefer fieberte als "Maskottchen" mit, und auch Rainer Schüttler wäre mitgefahren, wenn seine ansteckende Angina es nicht verboten hätte. Der Korbacher wollte vor dem Fernseher daheim die Daumen drücken. Doch die ARD machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Die Übertragung vom entscheidenden Tag wurde ins WDR-Fernsehen verbannt, das das Mayer-Match beim Stand von 0:4 im zweiten Satz jedoch abschaltete und stattdessen Reiten übertrug.

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