2,5 Mill. Besucher werden erwartet
In Köln läuft der Musikmarathon

Nach dem Start der Musikmesse Popkomm werden an diesem Wochenende rund zweieinhalb Mill. Besucher zum Kölner Ringfest erwartet. Bei dem nach Angaben der Veranstalter "größten Musikfest der Welt" stehen bis Sonntag über 200 international bekannte Pop-Acts auf dem Programm.

HB KÖLN. Höhepunkte des dreitägigen Musikmarathons sollen Auftritte von Chartstürmern wie Right Said Fred, Lutricia McNeal oder Manowar sein. Außerdem sind an der drei Kilometer langen Konzertmeile zwischen Neumarkt und Mediapark in Köln zahlreiche Auftritte deutscher Popgrößen wie Massive Töne oder No Angels geplant. Die Bahn setzt zum Ringfest mehr als 32 Sonderzüge ein.

Zwischen Vögelgezwitscher und 70er-Romantik

Die Musikbranche präsentiert sich dieses Jahr mit einem kreativen Augenzwinkern. Das für Rockmusik bekannte Label Motor Music entführt die Besucher seines Messestandes in die heile Welt der Berge - mit Kunstrasen, Vögelgezwitscher und grob behauenen Holzbänken. Nebenan dröhnt der Beat der amerikanischen Gettos: in Hinterhofatmosphäre nebst obligatorischem Basketballkorb kann man den Rhythmen der Universal-Labels Def Jam und Urban Records lauschen.

Die Jazz- und Klassik-Abteilung von Universal mag es hingegen lieber im Retro-Schick: Ein stilechtes 70er-Jahre-Wohnambiente mit braunem Teppich und deutscher Gemütlichkeit soll für die E-Musik werben. Entspannung ist bei Sony angesagt, das eine Art Chill-Out- Kino vorzeigt. Das Münchner Label Koch Records schwört auf die heimische Lebensart im eigenen weiß-blauen Biergarten ebenso wie die österreichische Musikindustrie, die in einer Blockhütte skihüttenmäßig abfeiert.

Kampagne gegen Musikpiraterie

Verknüpft ist die diesjährige Popkomm mit einer Kampagne der Musikbranche. Der Vorstandsvorsitzende der deutschen Phonoverbände, Gerd Gebhardt, forderte die Musikschaffenden auf, nicht über Umsatzeinbrüche zu jammern, sondern weiter in kreative neue Künstler zu investieren und gleichzeitig stärker Kopierschutzsysteme einzusetzen. "Wir müssen uns zuallererst selbst schützen", sagte er mit Blick auf die zunehmende illegale CD- Brennerei.

Die Musik sei nicht in der Krise, aber das Geschäft mit ihr. "Nie wurde so viel Musik gehört (wie heute), nur bezahlt wird dafür immer weniger", sagte Gebhardt. Am Vortag hatte die Branche von einem zehnprozentigen Umsatzrückgang beim CD-Verkauf im ersten Halbjahr 2002 berichtet. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) äußerte als Schirmherr der Popkomm seine Hoffnung, dass auf der Messe "ein Austausch stattfindet, wie der Weg in die Zukunft gefunden werden kann".

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