2,5 Millionen Kunden
Premiere knackt magische Abonnenten-Zahl

Der angeschlagene Pay-TV-Sender Premiere hat die für das Jahresende angepeilte Marke von 2,5 Millionen Abonnenten bereits im November überschritten. Angesichts des positiven Geschäftsverlaufs hob Geschäftsführer Georg Kofler die Prognosen für 2002 an.

Reuters FRANKFURT. "Unser Geschäft brummt trotz des Konjunkturpessimismus, der überall beklagt wird", sagte Kofler am Dienstag zu Reuters. Für das zweite Halbjahr 2002 rechne Premiere nun mit einem Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro und einem operativen Verlust (Ebitda) von "deutlich weniger als 100 Millionen Euro".

Bisher hatte der Sender für die zweite Jahreshälfte einen Umsatz von 380 (H2 2001: 368) Millionen Euro und ein operativen Verlust von 120 (418) Millionen Euro prognostiziert. Nach dem Einstieg eines Investors, der das Geschäft bis zum geplanten Erreichen der Gewinnschwelle im ersten Quartal 2004 finanzieren soll, stellte Kofler einen Börsengang schon ab 2004/2005 in Aussicht.

Premiere gehörte zum inzwischen auseinander gefallenen Medienimperium des Unternehmers Leo Kirch und kämpft seit der Insolvenz der Muttergesellschaft KirchPayTV ums Überleben. Nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen steht die Investmentgesellschaft Permira vor einem Einstieg. Als neuer Mehrheitsgesellschafter soll der Investor den Sender mit rund 200 Millionen Euro bis zum angepeilten Break Even finanzieren. "Wir sind in den Schlussverhandlungen", bestätigte Kofler, ohne Namen zu nennen. Ein Ergebnis werde vor Weihnachten erwartet.

"Die November-Zahlen belegen einen nachhaltig positiven Trend für Premiere", erläuterte Kofler. Ende November zählte Premiere 2,528 Millionen Kunden nach 2,443 Millionen Abonnenten zum Ende des dritten Quartals. Im November seien netto 50 000 Kunden gewonnen worden - der höchste Monatszuwachs seit Dezember 2000. Von den Kunden würden etwa ein Drittel das Einsteigerpaket Premiere Start für fünf Euro pro Monat abonnieren, ein Drittel aber auch das All-Inclusive-Paket Premiere Super für rund 30 Euro pro Monat, erläuterte Kofler. Das Konzept, mit einem günstigeren Angebot Kunden anzulocken, gehe dabei voll auf. Rund ein Drittel der Premiere-Start-Kunden würden sich innerhalb von sechs bis neun Monaten für Zusatzangebote entscheiden.

Einen Börsengang stellte der Südtiroler schon für 2004/2005 in Aussicht. "Wenn wir positive Zahlen schreiben, ist Premiere sicher ein guter Börsenkandidat", sagte Kofler, der selbst einen kleineren Anteil an der Gesellschaft erwerben will. "Ich setze alle meine Chips auf Premiere."

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