2,9 Prozent im April
Teuerung steigt auf Sieben-Jahres-Hoch

Kräftige Preissprünge bei Heizöl, Gas, Kraftstoffen und Lebensmitteln haben die jährliche Teuerungsrate in Deutschland im April auf ein Sieben-Jahres-Hoch steigen lassen. Die Inflationsrate betrug im April 2,9 Prozent, nach 2,5 Prozent im März, berichtete das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden. Das sei die stärkste Jahressteigerungsrate seit Februar 1994 (3,1 Prozent).

dpa WIESBADEN. Die Statistiker korrigierten ihre Schätzung auf Basis der Ergebnisse von sechs Bundesländern für April (2,8 Prozent) leicht nach oben. Allein von März zu April 2001 zogen die Preise für die Lebenshaltung der privaten Haushalte um 0,4 Prozent an.

Damit setzt sich der Preisauftrieb, der vor allem durch dieVerteuerung von Energie sowie von Lebensmitteln im Zusammenhang mit der BSE-Krise beeinflusst wird, vorerst fort. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihre überraschende Zinssenkung von 0,25 Prozentpunkten am Donnerstag unter anderem damit begründet, dass der Einfluss dieser Sonderfaktoren in der Euro-Region im Jahresverlauf abnimmt und die Risiken für die Preisstabilität sinken.

Volkswirte der Frankfurter Großbanken gehen davon aus, dass die Teuerungsrate in Deutschland bis Mitte des Jahres weiter steigt, sich dann aber beruhigt. "Der Mai wird mit einer Inflationsrate von etwa 3,3 Prozent wahrscheinlich noch schlimmer. Im Herbst wird sich die Teuerung aber wieder bei zwei Prozent einpendeln", sagte Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank am Freitag. Die Dresdner Bank prognostiziert für 2001 einen Anstieg der Verbraucherpreise von im Jahresdurchschnitt zwei Prozent.

Verteuerung von Haushaltsenergie

Der starke Schub bei den Lebenshaltungskosten gegenüber April 2000 wurde unter anderem durch eine Verteuerung von Haushaltsenergie verursacht. Die Preise für leichtes Heizöl stiegen binnen Jahresfrist um 11,6 Prozent und für Gas um 27 Prozent. Die Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme, die von Hausbesitzern und Mietern zu zahlen sind, verteuerten sich gegenüber April 2000 um 28,6 Prozent. Die Kraftstoffpreise lagen zehn Prozent höher als vor einem Jahr. Ohne Heizöl und Kraftstoffe wäre der Preisindex nur um 2,6 Prozent gestiegen.

Zusätzlich belastet wurde die Haushaltskasse der Verbraucher durch Fleisch und Fleischwaren, für die 8,7 Prozent mehr bezahlt werden mussten als vor einem Jahr. Obst war 10,2 Prozent, Gemüse 6,1 Prozent und Fisch 3,8 Prozent teurer. Weniger kostete unter anderem Kaffee, der 3,4 Prozent billiger wurde.

Während die Verbraucherpreise im früheren Bundesgebiet im April um 2,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen, waren es in den neuen Ländern 3,2 Prozent. Die ostdeutschen Haushalte seien stärker von der Verteuerung bei Nahrungsmitteln betroffen, begründete das Bundesamt den Unterschied.

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