20,6 Mill. Euro Gewinn in der AG
Consors-Aktien brechen trotz guter Neun-Monats-Zahlen ein

Die Aktien der am Neuen Markt notierten Consors Discount AG-Broker sind am Montag um mehr als 15 % eingebrochen, obwohl die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate die Erwartungen der Analysten erfüllten. Der Gewinn habe trotz des höheren Aufwands für die Expansion ins europäische Ausland 11,7 Mill. Euro erreicht, teilte Consors am Montag in Nürnberg mit.

rtr NÜRNBERG. Die neuen Tochtergesellschaften im Ausland hätten das Ergebnis belastet, sagte eine Sprecherin. In der AG, die das Geschäft in Deutschland umfasst, belief sich der Gewinn auf 20,6 Mill. Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 16 Mill. Euro.



Der Consors-Kurs brach am Montag zeitweise um mehr als 15 % auf 68,82 Euro ein und notierte am Nachmittag mit 70,50 Euro um 13,6 % leichter. Der Markt sei eben übernervös, sagte Analyst Ralf Dibbern vom Bankhaus M.M. Warburg. Operativ habe sich ConSors entwickelt wie erwartet. Henner Rüschmeier von SES Research führte den Einbruch auch auf die Consors-Strategie zurück, verstärkt ins Ausland zu expandieren.

Consors - Intraday-Chart

"Die Zahlen waren exakt wie erwartet", sagte auch Analyst Volker von Krüchten von der BHF-Bank. Der Kursverfall habe mit den Ergebnissen nichts zu tun. Darin spiegelten sich vielmehr Befürchtungen wider, dass die Direktbanken unter Margendruck geraten könnten. Die Comdirect Bank AG hatte ihre Preise Anfang November drastisch gesenkt. Consors sei diesem Druck als Tochter der kleinen Schmidt Bank stärker ausgesetzt als die anderen Direktbanken, die an die Großbanken angebunden seien. Um dem zu entgehen, habe Consors auf neue Geschäftsfelder gesetzt, für die der Online-Broker nun "viel Geld in die Hand nehmen" müsse, sagte von Krüchten. Konkurrenten wie die Direkt Anlage Bank wickelten dies kostengünstiger mit Partnern ab. Consors plant in Berlin eine eigene Privatanleger-Börse.

Allein für Marketing gab die Direktbank in den ersten neun Monaten nach eigenen Angaben 47,8 (1999: 11,3) Mill. Euro aus. Der operative Aufwand stieg den Angaben zufolge auf 184,8 (61,7) Mill. Euro. Die operativen Erträge von Consors, die Summe aus Provisions- und Zinserträgen, erreichten 263,8 (100,2) Mill. Euro. Vor Marketingausgaben und Steuern verdoppelte sich das Ergebnis auf 70,9 Mill. Euro.

Vorstandssprecher Karl-Matthäus Schmidt sagte, Consors habe sich zunehmend von den Schwankungen an den Börsen unabhängig gemacht. Das zeige sich in der um elf Prozent auf knapp 500 000 gestiegenen Kundenzahl, die Consors vor vier Wochen mitgeteilt hatte. Auch die Orderzahl sei mit rund 3,0 Mill. im dritten Quartal fast auf dem Niveau des Vorquartals gehalten worden. Analyst von Krüchten gab jedoch zu bedenken, dass der Ertrag mit den neuen Kunden geringer sei als mit den alten, aktiveren. Das verwaltete Kundenvermögen (Einlage- und Depotvolumen) stieg in den ersten neun Monaten auf 11,239 Mrd. Euro und lag damit nach Consors-Angaben um 50 % über dem Niveau vom Ende des vergangenen Jahres. Die Bilanzsumme stieg im Vorjahresvergleich um 67 % auf 2,90 (1,26) Mrd. Euro.

Die Beteiligung an der Berliner Effektengesellschaft (BEG) sei zunächst nur entsprechend dem Kapitalanteil von 28,5 % konsolidiert worden, teilte Consors weiter mit. Nach der Aufstockung des Anteils auf 53 % werde die BEG, die Consors zu einer Börse für Kleinanleger ausbauen will, im vierten Quartal voll konsolidiert. Unter voller Einbeziehung der BEG hätte sich das Ergebnis nach neun Monaten auf 12,6 Mill. Euro belaufen.

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