20 Jahre enge Zusammenarbeit im Nutzfahrzeugbau
Krone setzt auf regionale Zulieferer

Eine "offene Kooperation" nennt es Dr.-Ing. E.h. Bernard Krone. In deren Rahmen überlässt seine Unternehmensgruppe im Bereich Nutzfahrzeuge den Löwenanteil der Fertigung gut 20 Zulieferern im Nahbereich des Fahrzeugwerkes Werlte im Emsland. Die eigene Fertigungstiefe ist dadurch im Laufe der Zeit auf unter 12 % gesunken.

HB DÜSSELDORF. "Wir haben festgestellt, dass es ein zu großes Risiko ist, wenn man zu groß wird", erklärt Bernard Krone. Das Familienunternehmen habe in der Spitze "bei einem Bruchteil des heutigen Umsatzes" 1 800 Mitarbeiter beschäftigt. Bei stärkeren Konjunktureinbrüchen seien Kurzarbeit und Entlassungen nicht zu vermeiden gewesen. Neben den damit verbundenen sozialen Problemen habe es immer auch Auswirkungen auf die Auftragslage gegeben. Denn schon allein die Ankündigung von Kurzarbeit koste Aufträge.

"Irgendwann habe ich gesagt, das kann ich nervlich nicht mehr aushalten", berichtet Krone. "Wir müssen jetzt nach einem Weg suchen, um zu wachsen, ohne dass wir das mit unseren eigenen Leuten tun." Durch die Verlagerung eines Teils der Produktion, beispielsweise des Rohbaus der Fahrgestelle für Lkw-Anhänger und Sattelauflieger, fand der im Rahmen des weiteren Wachstums notwendige Personalaufbau dezentral vor allem bei den Zulieferern statt.

Wachstum durch Krone

Bernd Brüggen hatte 1984 mit sechs Mitarbeitern begonnen, für Krone zu arbeiten. Heute beschäftigt seine Brüggen Oberflächen- und Systemlieferant GmbH, Herzlake, rund 400 Mitarbeiter. Sie sind zu etwa 95 % für Krone tätig. In diesem Jahr erwartet Brüggen im Rahmen eines größeren, mit Krone geplanten Projekts, einen Umsatzsprung von 40 auf 60 Mill. Euro. Neben der Beschichtung von Fahrgestellen baut Brüggen beispielsweise Wechselaufbauten, Heckportale und Stirnwände, die just in time nach Werlte geliefert werden.

Auch die Firma Perk, ein Schweißfachbetrieb in Lorup, ist im Laufe der Jahre dank der Aufträge seines Kunden Krone gewachsen. Gegenwärtig entfallen auf den Großabnehmer allerdings nur 25 % des Umsatzes. Inhaber Wilhelm Quappen hatte bei Krone gelernt und später die Firma Perk übernommen. Heute liefert er mit seinen 75 Beschäftigten neben Baugruppen auch komplette Fahrgestelle.

Die Metallbau Schmees GmbH, Börger, ist seit 1980 Lieferant der Krone-Gruppe. Das Unternehmen fertigt heute, wie Inhaber Hermann Schmees berichtet, mit seinen etwas mehr als 30 Mitarbeitern Baugruppen, Hauptträger und Fahrgestelle sowie "eine Vielzahl von Einzelteilen". Die Produktion geht zu 80 % in das Werk Werlte, das nur 12 km entfernt liegt Daneben beliefert Schmees auch an andere Krone-Zulieferer.

Mit einer ähnlichen Mitarbeiterzahl arbeitet Hermann Bookjans in Lorup zu 100 % für Krone. Bookjans ist erst seit sechs Jahren "dabei" und stellt Fahrgestelle für Sattelauflieger und Anhänger her.

Seit gut 20 Jahren gehört die Wegener in Ahaus-Wessum zu dem Kreis der Krone-Zulieferer. Den Teil der Produktion, der nach Werlte geht, nennt Firmenchef Hermann Wegener schwankend. Gegenwärtig liege er bei etwa 20 %. Wegener beschäftigt 75 Mitarbeiter und baut einbaufertige Stahlteile sowie Profile.

Zulieferer sind zufrieden

Wie die anderen befragten Zulieferer ist auch Wegener mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. "Wir haben uns auf die Anforderungen von Krone eingestellt und wir können rationell fertigen und kostengünstig liefern." Dazu trage auch die elektronische Vernetzung mit dem Großabnehmer bei, der überwiegend wöchentlich per Datenfernübertragung die Lieferungen für die folgende Woche abruft.

Natürlich wissen die regionalen Zulieferer, dass die Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH Teile auch aus der Slowakei und von anderswo bezieht. Aber niemand fürchtet, dadurch verdrängt zu werden. Zum einen liefere man kaum Standardteile, sondern vor allem Sonderanfertigungen. "Wir sind für Krone ein wertvoller Partner", erklärt beispielsweise Bernd Brüggen für sein Unternehmen, "weil nur wenige so große Teile beschichten können wie wir."

Zum anderen setzen die Zulieferer auf die Vertrauensbasis, die seit vielen Jahren besteht: "Man konnte sich immer auf das gegebene Wort verlassen", betont Hermann Wegener.Daran will auch Bernard Krone festhalten: "Wir haben den Zulieferern immer gesagt, wir wollen euch für Jahrzehnte als einen Teil von uns sehen." Klar sei aber, dass der eine nicht durch den anderen erpressbar sein dürfe. "Wir wollen kein Lopez-Syndrom. Sondern wir wollen Leute, die aus Überzeugung für uns arbeiten."

Und zu diesen stehe man auch. So habe man in der Vergangenheit schon Firmen, die im Konkurs waren, aus dem Konkurs herausgeführt. "Die sind heute wieder ein angesehener Teil der Sozialstruktur der Region", betont Krone. Aber zu solchen Problemen soll es in der Zukunft möglichst nicht mehr kommen. Davon geht Dr. Jürgen Föhrenbach aus, der Vorsitzende der Holding-Geschäftsführung und Geschäftsführer der Fahrzeugwerke: "Da wir finanziell in der Lage sind, die Zulieferer so zu stellen, wie sich das gehört, sind diese auch in der Lage, Erträge zu generieren."

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