20 Millionen Euro für Kim Dae Jung
Finanzielle Hilfe zugesagt für Integration von Nordkorea

ap SEOUL. Die Staats- und Regierungschefs der EU und zehn asiatischer Staaten wollen während ihres Treffens in Seoul die Entspannungspolitik des südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung unterstützen. Die Teilnehmer des Asia Europe Meeting wollen am Samstag eine entsprechende Erklärung verabschieden, in der Hilfszusagen für die Integration Nordkoreas in die internationale Gemeinschaft formuliert sein sollen. Kim traf sich vor dem am Freitag beginnenden ASEM mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji und informierte ihn über die jüngsten Entwicklungen in der Beziehung zum kommunistischen Norden.

Mehrere europäische Staaten wollen den diplomatischen Boykott Nordkoreas beenden, und die EU plant Hilfen von 20 Mill. Euro für nordkoreanische Bauern. Vertreter der Europäischen Union erklärten, eine koreanische Wiedervereinigung müsse vorsichtig angegangen werden. Mit Blick auf die deutsche Wiedervereinigung sagten sie, dies werde selbst dann teuer, wenn sie ohne Probleme verlaufe.

Besserer Schutz für Flüchtlinge aus Ost-Timor

Während des zweitägigen Treffens könnte außerdem Indonesien aufgefordert werden, die osttimorischen Flüchtlinge und Mitarbeiter von internationalen Hilfsorganisationen besser vor Übergriffen zu schützen. Die EU wird wahrscheinlich andere asiatischen Staaten bitten, den Druck auf die Militärregierung in Birma zu erhöhen, damit diese die Menschenrechtslage im Land verbessert.

Menschenrechtsorganisationen forderten am Donnerstag die Teilnehmer des Treffen auf, die Menschenrechte nicht dem freien Handel zu opfern. Die Gruppe Human Rights Watch erklärte in einer Stellungnahme, die Wirtschaftskrise in Asien habe gezeigt, dass Abkommen zur Ausweitung des Handels und der Investitionen allein nicht ausreichten, um Wachstum zu erzielen. Außerdem seien Transparenz, Verantwortlichkeit und wirksame Gesetze nötig.

EU begrüße die Aufnahme von China und Vietnam in die WTO

Vor dem Beginn des Treffens erklärte EU-Außenkommissar Chris Patten in Hongkong, alle Beteiligten würden von einem offeneren Handel profitieren. Er forderte China und Vietnam auf, ihre Bemühungen um eine Aufnahme in die Welthandelsorganisation (WTO) zu verstärken. Es wurde erwartet, dass die Teilnehmer die WTO auffordern würden, die weltweiten Handelsgespräche wieder aufzunehmen, trotz der Ausschreitungen bei der letzten Konferenz in Seattle im Dezember. Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften (ICFTU) forderte die Minister auf, Asien nicht weiter als billigen Standort an Großunternehmen zu verkaufen. Millionen Menschen müssten nach der Asienkrise erst wieder eine Anstellung finden", erklärten sie.

An dem Treffen nehmen neben den 15 EU-Mitgliedstaaten Japan, China, Südkorea, Brunei, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam teil. Der philippinische Präsident Joseph Estrada wird in diesem Jahr nicht anreisen, weil gegen ihn ein Amtsenthebungsverfahren läuft. Auch die Ministerpräsidenten von Vietnam, Griechenland und Belgien wollten nicht erscheinen. Die 25 Länder repräsentieren mehr als ein Drittel des weltweiten Handels.



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