20 Millionen Stühle gebaut
Luxusstühle als Erfolgsmodell

Billige Massenware ist nicht in jeder Branche Kundenmagnet. Längst setzt der Handel seinen Fokus auf Funktion, Ergonomie und Design. Über eine positive Kundenbilanz freut sich auch der Stuhlhersteller Interstuhl. Bald verkauft er den 20. Millionsten Stahlstuhl.

HB TIERINGEN. Als es keine Pferde mehr zu beschlagen gab, sattelte der Dorfschmied des Weilers Tieringen auf der schwäbischen Alb um. Statt auf Hufeisen setzte er auf Stahlstühle - der 20 Millionste davon soll nun am 1. Dezember vom Band rollen. Mit billiger Massenware hat das Geschäft von Interstuhl dabei nichts zu tun. "Der Fokus liegt auf Funktion, Ergonomie und Design", betont Firmenchef Werner Link. Mit Innovationen sieht er sich dauerhaft gewappnet gegen Billiglohnländer.

Von seinem Vater, dem Schmied, übernahm Link 1961 die Idee der Stuhlherstellung. Mit einem Viererteam gründete er die Firma, in der heute rund 500 Mitarbeitern beschäftigt sind. "Wir haben Rohre auf Länge gesägt, sie in Form gebogen und dann Holzplatten mit der Hand drauf geschraubt", erinnert sich Alfred Dinser, der von Anfang dabei war. "Im Hof haben wir dann lackiert - das ging nur bei gutem Wetter." Kunden waren die erfolgreichen Textilfabrikanten der Region, die Untergestelle für Nähmaschinen und Stühle für die Mitarbeiterinnen brauchten. Links Produkte erwiesen sich als so gefragt, dass die Firma das 1969 am Dorfrand errichtete Fabrikgebäude inzwischen 14 mal erweiterte, zuletzt vor drei Jahren.

Aus der robusten Einfachheit der ersten Stühle ist heute Hightech für verwöhnte Büroarbeiter geworden. Rückenschonende Konstruktion ist bei Interstuhl, der Nummer drei unter den deutschen Bürostuhl- Herstellern, heute ebenso Standard wie ausgefallenes Äußeres. "In Kürze kommt ein von dem Stardesigner Hadi Teherani gestalteter Stuhl auf den Markt", sagt Marketingchef Rolf Schweizer. Der über 3000 Euro teure - vor allem für Vorstandsetagen gedachte - Luxussessel soll dabei jedoch nur einen kleinen Teil zum Jahresumsatz von zuletzt 80 Millionen Euro beitragen.

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