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20 Tote im Irak: Ärzte ohne Grenzen geben auf

Bagdad/Paris/(dpa) - Angesichts der unsicheren Lage im Irak hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) ihre Arbeit im Irak eingestellt. Bei Sprengstoffanschlägen und Kämpfen mit den US-Truppen im Irak starben derweil wieder mehr als 20 Iraker, Dutzende wurden verletzt.

Bagdad/Paris/(dpa) - Angesichts der unsicheren Lage im Irak hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) ihre Arbeit im Irak eingestellt. Bei Sprengstoffanschlägen und Kämpfen mit den US-Truppen im Irak starben derweil wieder mehr als 20 Iraker, Dutzende wurden verletzt.

Iraks Ministerpräsident Ijad Allawi forderte ein stärkeres Engagement der "Zuschauerstaaten" für den Wiederaufbau und die Demokratisierung seines Landes. In Rom appellierte er mit Blick auf Deutschland und Frankreich an "alle wichtigen Länder", sich künftig mehr "für den Aufbau eines besseren Irak" einzusetzen.

Die Ärzte ohne Grenzen begründeten ihren Rückzug aus dem Irak damit, es sei "unmöglich geworden, für unsere Mitarbeiter ein annehmbares Sicherheitsniveau zu garantieren". "Wir bedauern zutiefst, dass wir nicht mehr in der Lage sind, dem irakischen Volk die so dringend benötigte medizinische Hilfe zu geben", hieß es auf der Internetseite der Organisation. Nachdem bereits seit einem Monat keine Mitarbeiter mehr in den Irak entsandt worden seien, würden nun auch die lokalen Mitarbeiter entlassen, sagte ein Sprecher in Amsterdam. MSF war seit Dezember 2002 im Irak tätig, vor allem im Bagdader Stadtteil Sadr City und in den umkämpften Städten Falludscha, Nadschaf und Kerbela.

Am Donnerstagmorgen explodierte in der Nähe eines Kontrollpunkts der Nationalgarde in Iskanderija, südlich von Bagdad, eine Autobombe. sieben Iraker seien ums Leben gekommen und 15 verletzt worden, berichtete die Nationalgarde. Später töteten Angreifer in der Stadt Mussaiab zwei Angehörige der Nationalgarde und verletzt sechs. Bei Tikrit - nördlich Bagdads - raste ein Selbmordattentäter mit einem mit Sprengstoff beladenen Auto in ein Verwaltungsgebäude. Dabei starben nach Angaben eines Polizeioffiziers drei Iraker, 15 wurden verletzt.

Bereits am Mittwochabend wurde in Balad nördlich von Bagdad nach Polizeiangaben ein zehn Jahre alter Junge bei einem Angriff amerikanischer Truppen getötet. Fünf Menschen wurden verletzt. In Samarra kamen zwei Iraker bei einem Schusswechsel zwischen US- Soldaten und Aufständischen ums Leben. Bei neuen US-Angriffen auf die westirakische Aufständischen-Hochburg Falludscha kamen nach Krankenhausangaben sieben irakische Zivilisten ums Leben.

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