200 Mann sollen während der Spiele mögliche Angriffe mit ABC-Waffen abwehren
Athen wird zur Anti-Terror-Festung

Horror-Szenarien für terroristische Übergriffe auf Großveranstaltungen gibt es derzeit viele. Und alle scheinen Eingang in Athens Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2004 zu finden. Die Griechen wollen im August 2004 für alles gerüstet sein: Angriffe mit chemischen und biologischen Waffen, Heckenschützen, die von Dächern herab wahllos in die Menge schießen oder gar Terroristen, die aus dem Nahen Osten einsickern und gezielt ihr Unwesen treiben.

HB ATHEN. Die griechische Regierung verspricht "Maßnahmen, die so sanft wie möglich sein werden", so der griechische Kulturminister Evangelos Venizelos. Andererseits machte Verteidigungsminister Yiannos Papantoniou die Bildung einer Spezialeinheit von 200 Mann bekannt, die während der Spiele vom 13. bis 29. August mögliche Angriffe mit ABC-Waffen abwehren soll.

Offenbar befürchten die USA, dass nahezu jede bekannte Terror- Organisation in Athen aktiv werden könnte: Die palästinensischen Hamas und Dschihad, die Al Kaida, tschetschenische Extremisten, ja sogar albanische UCK-Rebellen. "Die öffentliche Diskussion über alle diese Szenarien schadet letzten Endes nur den Olympischen Spielen. Sie könnten die Spiele im August 2004 in eine militaristische Sicherheits-Veranstaltung verwandeln", sagte ein hoher Vertreter des Athener Olympia-Organisationskomitees ATHOC.

Der Kommandeur der griechischen Polizei, General Fotis Nasiakos, gibt sich besonnen: "Wir bei der Polizei haben zusammen mit unseren Beratern aus dem Ausland 35 000 Terrorszenarien und wie man auf diese reagiert, ausgearbeitet. Wir wollen aber nicht über Einzelheiten reden. Wir wollen Terroristen keine neue Ideen und Anregungen geben", sagte der Chef der griechischen Polizei während der Präsentierung des Sicherheitsprogramms Olympia 2004. Dieser Ansicht schließen sich offiziell auch die Amerikaner an.

Die Griechen wird das "Paket Sicherheit" mehr als 650 Millionen Euro kosten. Das wird nach Angaben des ATHOC die höchste Summe sein, die bislang für die Sicherheit der Olympischen Spiele ausgegeben wurde. Mit 70 000 Menschen wird die Zahl des Sicherheitspersonal angegeben.

Die größte Hilfestellung wird von den USA erwartet. "Die sechste amerikanische Flotte kommt wieder", titelte die Athener Zeitung "Ta Nea". Die USA wollten einen Flugzeugträger in die Ägäis entsenden, heißt es in anderen Presseberichten. "In Zeiten der Globalisierung kann nicht die Rede davon sein, dass wir allein damit fertig werden. Es wäre eine Utopie", sagt der griechische Minister für Öffentliche Ordnung, Giorgos Floridis. "Wir arbeiten eng mit Experten aus den USA, Australien, Großbritannien, Deutschland, Israel, Spanien und Frankreich zusammen", fügt der Minister hinzu.

Bisher liefern bereits 35 Staaten Informationen an die griechischen Sicherheitsbehörden. Die Liste der Mittel zur Abwendung möglicher Terroranschläge, die in Athen im August 2004 eingesetzt werden sollen, ist lang: Hubschrauber und Kampfbomber sollen den Luftraum über Athen sichern. Radaranlagen werden das Meer vor den Segelanlagen bei Agios Kosmas kontrollieren. Dutzende Patrouillenboote und Kriegsschiffe der Marine sollen den Saronischen Golf vor Athen durchkämmen, mit mehr als 1500 Kameras soll ganz Athen rund um die Uhr überwacht werden. Spezialeinheiten der Armee sollen im Notfall eingreifen. Sogar ein Luftschiff wird zur Ausschau nach Heckenschützen über Athen und den olympischen Anlagen fliegen.

Die Präsidentin des Athener Organisationskomitees (ATHOC), Gianna Angelopoulos-Daskalaki, bleibt dennoch gelassen: "Wir werden diskret sein. Das Motto im August 2004 wird lauten: Keine Waffen in den Sportanlagen", sagte die Chefin des ATHOC.

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