200 Millionen Euro sollen eingespart werden
Bayer sucht Partner in der Pharmaforschung

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer will sich in der Pharmaforschung aus den Gebieten Zentrales Nervensystem, chronische Atemwegserkrankungen und Proteine zurückziehen.

Reuters LEVERKUSEN. "Für die drei Indikationsgebiete sucht Bayer Partnerschaften oder Möglichkeiten, sie auszulizenzieren", sagte eine Bayer-Sprecherin am Mittwoch in Leverkusen. Bis Ende 2003/2004 sollen bei der Forschung und Entwicklung im Pharmasektor 200 Millionen Euro eingespart werden. Damit bestätigte die Sprecherin einen Vorabbericht des Magazins "Wirtschaftswoche". Der Kurs der Bayer-Aktie ging bis Mittwochnachmittag in einem schwachen Marktumfeld um vier Prozent auf 22,30 Euro zurück.

Konzernchef Werner Wenning hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen in der vergangenen Woche bereits angekündigt, dass sich Bayer in der Pharmaforschung auf die Entwicklung von Medikamenten gegen Infektions- und Stoffwechselkrankheiten, auf Herz-Kreislauf-Präparate und Krebsmittel konzentrieren wolle.

Die Suche nach Partnern in der Pharmaforschung laufe unabhängig von der Suche nach einem Partner für das gesamte Pharmageschäft, betonte die Unternehmenssprecherin. Wenning hatte in der vergangenen Woche seinen Anspruch auf eine Mehrheit bei der angestrebten Partnerschaft im Pharmageschäft aufgegeben.

Ob Bayer aus den Indikationsgebieten Zentrales Nervensystem, chronische Atemwegserkrankungen und Proteinforschung komplett aussteigen wolle, sei noch nicht beschlossen, sagte die Sprecherin. Die geplanten Einsparungen in der Forschung und Entwicklung von 200 Millionen Euro kommen zu den bisher geplanten Einsparungen von 400 Millionen Euro in der Pharmasparte hinzu. Wenning hatte angekündigt, dass die Forschungs - und Entwicklungskosten für Pharma künftig auf unter 20 Prozent des Umsatzes angepasst würden. Im vergangenen Jahr lagen diese Ausgaben bei Pharma der Sprecherin zufolge bei rund 27 Prozent des Umsatzes. Der Umsatz der Pharmasparte betrug im vergangenen Jahr 4,78 Milliarden Euro.

Wenning hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, die Entwicklungsprojekte PDE IV gegen Atemwegskrankheiten und IL 4 gegen Asthma auslizenzieren zu wollen. Die Entwicklung des in Phase III befindlichen Antibiotikums Faropenem und des Krebswirkstoffes Camptotecin, der in einer frühen Entwicklungsphase war, stellt Bayer ein.

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