2000 Wachstumsrate von weltweit 4,75 Prozent erwartet
USA stimulieren laut IWF-Chef Köhler das Wachstum der Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds sieht die Weltwirtschaft opitmistischer als noch im März. Das Wachstum soll 0,55 Prozentpunkte höher ausfallen, als im März prognostiziert.

Reuters WASHINGTON. Die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft sind nach den Worten von IWF-Chef Horst Köhler die besten seit über zehn Jahren. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwarte in diesem Jahr ein Weltwirtschaftswachstum von 4,75 %, sagte Köhler in einer Rede vor dem nationalen Presseclub am Montagabend in Washington. Der IWF hatte im März ein Weltwirtschaftswachstum von 4,2 % prognostiziert. Die nächste IWF-Prognose wird am 19. September veröffentlicht. Köhler führte das weltweit starke Wirtschaftswachstum vor allem auf die USA als Hauptmotor zurück. "Diese Leistung ist der historische Beweis dafür, dass Innovation, strukturelle Veränderungen und Flexibilität unentbehrlich sind für Wohlstand und eine bessere Zukunft für die Menschen", sagte Köhler in seiner ersten größeren Rede in den USA seit seinem Amtsantritt im Mai.

Währungsfonds keine weltweite Zentralbank

Der IWF werde sich auf die Verhinderung von Krisen und die "unvoreingenommene" Beratung von Ländern konzentrieren, sagten Köhler. Er werde aber nicht die Funktion einer weltweiten Zentralbank übernehmen, über die Länder mit Finanzproblemen mit unbegrenzten Krediten unterstützt würden. "Meine Ambition für den Fonds ist, nicht mehr und mehr Programme für mehr und mehr Länder zu haben. Stattdessen sollten die Probleme durch bessere Transparenz in der Anfangsphase aufgedeckt werden ...", sagte Köhler.

Anregungen zur Reform des IWF erwartet der Geschäftsführende Direktor des Fonds von den Mitgliedsländern. Köhler kritisierte das Verfahren der Siebenergruppe der führenden Industrieländer, die Reformvorschläge zuerst zu veröffentlichen und erst danach dem IWF vorzulegen. "Ich hätte befürwortet, dass die G-7 ihre Vorschläge im Rahmen des normalen Verfahrens dem IWF vorgelegt hätte", sagte Köhler. Die Richtung der G-7-Vorschläge, durch höhere Zinsen die Mittelaufnahme zu dämpfen, sei zwar richtig. Durch die Veröffentlichung dieser Vorschläge fühlten aber viele Länder, dass sie bevormundet würden. "Dies ist ein Problem", sagte der frühere Staatssekretär im Finanzministerium und Präsident des Sparkassenverbandes weiter.

Köhler verwies auf die jüngsten Erfolge des IWF. So hätten die Volkswirtschaften von Thailand und Südkorea wieder auf den Wachstumskurs zurück gefunden. Erste Kontakte mit der neuen russischen Regierung seien ermutigend. Der IWF hatte mit einem Milliarden-Dollar-Programm zwischen 1992 und 1998 den Umbau der russischen Wirtschaft unterstützt.

Der Währungsfonds sollte sich in erster Linie um die makroökonomische Stabilität und Reformen im Finanzsektor kümmern, sagte Köhler weiter. Die Weltbank, die Schwesterorganisation des IWF, sollte sich primär mit der Bekämpfung der Armut und strukturelle Reformen befassen. Schuldenerleichterungen für arme Länder blieben aber für beide Organisationen weiterhin eine wichtige Aufgabe.

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