2000 wurden 14 Milliarden Kurzmitteilungen verschickt
SMS-Dienste berechnen Alkoholspiegel und Blutwerte

Neue Mobilfunkstandards wie GPRS und UMTS sollen Mobiltelefone demnächst zwar zu Alleskönnern aufrüsten. Das Handy lässt sich aber auch ohne einen mobilen Internetzugang schon heute sinnvoll nutzen - zu weitaus mehr als nur zum Telefonieren. Für interaktive Handydienste genügen kurze SMS-Nachrichten.

HB DÜSSELDORF. Neue Mobilfunkstandards wie GPRS und UMTS sollen den Handy-Besitzern eine paradiesische Zukunft bescheren: Die Mobiltelefone lotsen den Besitzer künftig durch fremde Gegenden und zum nächsten Restaurant, werden zum Online-Shop und zur Online-Bank, kurzum: Sie werden zu mobilen Alleskönnern. Dabei lässt sich das Handy auch ohne einen mobilen Internetzugang schon heute sinnvoll nutzen - zu weitaus mehr als nur zum Telefonieren. Für interaktive Handydienste genügen kurze Textnachrichten per SMS (Short Message Service).

SMS als Erinnerungshilfe zum Beispiel: Kurze Textnachrichten schlagen Alarm, wenn Diabetes-Patienten ihren Blutzuckerspiegel messen sollten. Der Kranke schickt seine Werte an einen virtuellen Doktor. Dieser sagt ihm per SMS, ob eine Dosis Insulin nötig ist. So einen Service hat das Münchener Unternehmen Nets AG entwickelt. Geboten wird nicht einfach bloße Information, sondern ein kommunikativer Dienst: Der Kunde hat eine Anfrage, der virtuelle Arzt reagiert und schickt eine persönliche Mitteilung oder Diagnose. "Die Idee der dialogorientierten Dienste ist fast standardunabhängig", heißt es bei der Nets AG. Deshalb müssen Unternehmen wie Nets nicht erst auf neue, schnellere Übertragungstechniken wie GPRS und UMTS warten.

Auch 12Snap , Wapme und Interactive Media setzen auf solche Dienste. Das mobile Versteigerungshaus 12Snap sendet seinen Kunden Auktionsangebote aufs Handy. Der Nutzer ist bei der Versteigerung live dabei, indem er die Rückruftaste seines Mobiltelefons drückt. Per SMS schickt er seine Versteigerungsgebote und bekommt die Nachricht, ob das Gebot erfolgreich war. Etwa eine halbe Million regelmäßiger Nutzer lassen sich die Kaufangebote aufs Handy schicken, schätzt das Unternehmen.

"Das Mobiltelefon bietet sich für dialogorientierte Services geradezu an", sagt Holger Neinhaus, Unternehmensberater bei Strategy Management Partners in Düsseldorf. Viele der mobilen Dienstanbieter setzen dennoch auf reine Informations- oder Verkaufsangebote, auf Klingeltöne und Logos.

Vor etwa fünf Jahren ist SMS in Deutschland eingeführt worden. Der Härtetest für die Finger brauchte einige Zeit, um erfolgreich zu werden. Der große SMS-Boom kam im vergangenen Jahr: 14,8 Mrd. SMS wurden in Deutschland verschickt.

Einen etwas anderen Service bietet der Schweizer Telekommunikationskonzern Swisscom seinen Mobilfunk-Kunden: Wer sich nach einigen Glas Wein nicht mehr sicher ist, ob er noch Auto fahren darf, gibt der Schweizer Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme per SMS an, wie viel er getrunken hat. Deren Promillerechner kalkuliert den Alkoholspiegel. Das Ergebnis hilft bei der Entscheidung, ob man noch selbst Auto fahren kann oder doch lieber ein Taxi rufen sollte.

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