2001 noch bei BMW Williams gefeuert
Das Phänomen kehrt zurück

Jenson Button ist der neue Star der Formel 1. Nach frühem Ruhm und einigen Irrungen ist der Brite die Überraschung der Saison.

IMOLA. Bis zur neunten Runde lief alles perfekt. Jenson Button lag beim Großen Preis von San Marino in Imola vorn, vor Dauersieger Michael Schumacher. Dann aber "hatte ich Angst", gab der 24-jährige Brite zu. Er musste mit seinem BAR-Honda zur Box, Schumachers Ferrari würde ihm so viel Zeit abnehmen, dass der Deutsche später gelassen selber an die Box würde fahren können. Vorbei wäre es mit Platz eins. Und genau so kam es auch.

Dennoch "fühle ich mich phantastisch", sagte Button später. Er wurde Dritter in Malaysia, Dritter in Bahrain, Zweiter in Imola, er könnte die Überraschung einer nach vier Schumacher-Siegen wenig spannenden Saison werden.

Ausgerechnet Button. Ein Mann, der schon einmal für Aufbruch und Hoffnung stand und der dann bald nur noch in Statistiken auftauchte. Eines der vielen Opfer der Formel 1, die aussortiert, wer Illusion und Wirklichkeit zu sehr vermischt. 2000 stieß Button mit der Erfahrung von 44 Autorennen zu BMW-Williams und wurde der zweite Mann neben Ralf Schumacher. BMW-Sportchef Gerhard Berger verstieg sich zu dem Satz: "Alle zehn Jahre kommt ein Phänomen daher. Ich glaube, hier haben wir es."

Eine verhängnisvolle Aussage, die Button zu Kopf stieg. Er sah gut aus, die britischen Boulevardzeitungen schrieben ihn zum Teenie-Star. Er zog ins Steuerparadies Monaco, legte sich eine riesige Yacht zu, tauchte in Bars und Discos auf. Mit 14 hatte er die Schule verlassen und war später durch die Führerscheinprüfung gefallen.

Der Rennfahrer Button wurde in Brasilien Sechster, in Belgien Fünfter. Doch für Frank Williams war der Rennfahrer längst hinter dem Playboy zurückgetreten. Button flog 2001 raus, Montoya kam, das vermeintliche Phänomen landete erst beim chancenlosen Team Benetton und dann bei Renault. 2003 wechselte Button zu BAR-Honda. Das Team stellt ihm ein stärkeres Auto zur Verfügung, der Pilot tauscht sich im Gegenzug intensiv mit den Ingenieuren aus. Ein Deal, der zu funktionieren scheint.

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