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2001 retteten Arbeiterproteste britisches Vauxhall-Werk Luton

Die Opel-Arbeiter haben sich in der Vergangenheit wiederholt mit Protestaktionen gegen die Sparpläne des Mutterkonzerns General Motors Co. (GM) durchsetzen können. Anfang 2001 verhinderten europaweite Arbeitsniederlegungen die Schließung des britischen Vauxhall-Werks Luton.

dpa-afx RÜSSELSHEIM/BOCHUM. Die Opel-Arbeiter haben sich in der Vergangenheit wiederholt mit Protestaktionen gegen die Sparpläne des Mutterkonzerns General Motors Co. (GM) durchsetzen können. Anfang 2001 verhinderten europaweite Arbeitsniederlegungen die Schließung des britischen Vauxhall-Werks Luton. Ein halbes Jahr zuvor setzten die Bochumer Beschäftigten mit einem Streik die Sicherung ihrer Arbeitsplätze beim Aufbau der Zusammenarbeit mit dem Fiat-Konzern durch.

Aus Protest gegen die geplante Schließung des Opel-Werks Luton hatten im Januar 2001 rund 40 000 der damals noch 83 000 Opel - Beschäftigten in Europa die Arbeit niedergelegt. Allein in Deutschland beteiligten sich 15 000 Arbeitnehmer an der Aktion. Mit den Protesten wurden Verhandlungen erzwungen, bei denen das Werk schließlich gerettet wurde. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sprach von einer europäischen Standortsicherung bis zum Jahr 2005.

Die Produktion des Modells Vectra wurde zwar wie geplant eingestellt, dafür bekam Luton die Herstellung des Geländewagens Frontera und des Transporters Vivaro. Es wurde - wie auch jetzt von den Bochumer Opelanern gefordert - ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen vereinbart. Von Kürzungen betroffene Mitarbeiter sollten Stellen in anderen Werken angeboten werden. Damals hatte das Werk Luton noch rund 3 500 Beschäftigte, heute sind in der Produktion noch 2 200 tätig. Die Zahl der Mitarbeiter in Europa ist inzwischen auf 63 000 geschrumpft.

Bereits im Juni 2000 waren die Bochumer Opel-Arbeiter mit einem zweitägigen Streik erfolgreich. Aus Sorge um mögliche Einbußen durch die Allianz von General Motors mit Fiat legten mehrere tausend der damals noch 13 500 Mitarbeiter die Arbeit nieder. Am Ende wurde zugesagt, dass die Kooperation mit Fiat den Opel-Beschäftigten keine Nachteile bringen werde. Alle, die in Gemeinschaftsunternehmen wechselten, sollten so behandelt werden, als wären sie weiter bei Opel beschäftigt.

Der Standort Bochum hat heute nur noch rund 9 600 Mitarbeiter. Bei einem Gemeinschaftsunternehmen mit Fiat, Powertrain in Kaiserslautern, arbeiten 1 500 Menschen. Bei ausgelagerten Bereichen wie Powertrain sollen nach den neuen Kürzungsplänen 1 000 Stellen gestrichen werden.

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