2001 war auch für das Vorzeige-Unternehmen kein gutes Jahr
Aixtron leidet unter geringen Wachstumschancen

Bislang war Aixtron ein leuchtendes Vorbild für den Neuen Markt. Als hochprofitables Unternehmen, das seit dem Börsengang 1997 jedes Jahr die eigenen ambitionierten Prognosen erfüllte, erfreute der Hightech-Maschinenbauer die Analysten. Doch im Jahr 2001 wurden kleinere Brötchen gebacken.

AACHEN. Aus dem prognostizierten moderaten Wachstum von 20 bis 30 % wird wohl ein Umsatzrückgang um neun Prozent, erwartet Deutsche Bank-Analyst Gino del Bufalo im Vorfeld der morgigen Bilanzpressekonferenz. Auch die Aktie musste Federn lassen. Seit Mai bröckelte der Kurs um 60 Prozent ab. Derzeit liegt er bei gut 21 ?.

Aixtron stellt Maschinen zur Produktion von Verbindungshalbleitern her. Im Gegensatz zum älteren Bruder, dem Siliziumchip, haben Verbindungshalbleiter zahlreiche Vorteile: Sie sind schneller, vielfältiger nutzbar und haben eine längere Lebensdauer. Eingesetzt werden die Chips aus Gallium-Arsenid in Mobiltelefonen, Glasfaserkabeln, der Satellitentechnik sowie zur Produktion von Leuchtdioden.

Von den kleinen Leuchtpunkten versprechen sich die Experten besonders viel. Mit deren Einsatz werden Ampeln, Scheinwerfer und Videowände nicht nur heller und besser erkennbar, sondern auch noch energiesparender. In Zukunft sollen die Dioden in allen Bereichen herkömmliche Glühbirnen ersetzen. "Die Technologie wird sich durchsetzen", meint Analyst del Bufalo. Für das abgelaufene Geschäftsjahr rechnet der Experte aber mit einem Umsatzrückgang von neun Prozent auf 220 Mill. Euro. Der Grund: Die gegenwärtig schwache Konjunktur geht auch an Aixtron nicht spurlos vorbei. Das Unternehmen leidet nach Angaben von Investor Relations-Manager Klaus Ehrenbeck darunter, dass die Kunden die Investitionen zurückstellen.

Analysten mögen die Strategie des Unternehmens

Das angekündigte durchschnittliche Wachstum von 30 Prozent über zehn Jahre erscheint del Bufalo nicht mehr realistisch, da er auch für 2002 noch eine Wachstumspause erwartet. Auf einen zeitlichen Horizont von sechs Jahren bezogen, rechnet er mit einem Wachstum von gut 20 %.

Die Strategie der Aachener ist bei den Analysten beliebt. Im Gegensatz zum einzigen großen Konkurrenten Emcor aus den USA versucht Aixtron nicht, seinen Kunden Konkurrenz zu machen und selber in die Produktion von Verbindungshalbleitern einzusteigen. Dies sei richtig, meint del Bufalo, denn die Entwicklung von Endprodukten sei äußerst kostspielig und der Markt sehr stark umkämpft.

Er fragt sich allerdings, was Aixtron mit der hohen Cash-Position von rund 90 Millionen Euro vorhat. Investitionen in größere Kapazitäten sind laut del Bufalo in den nächsten Jahren nicht nötig. Das Unternehmen sei auf weiteres Wachstum bereits gut vorbereitet.

Nach Ansicht von Richard Schramm, Aktienanalyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, hat sich der Aktienmarkt auf die Wachstumsdelle bei Aixtron schon eingestellt. Das Kursrisiko sei nach unten begrenzt. Aixtron arbeite profitabel und Konkurrenz sei auch nicht das Problem der Aachener. Der Hightech-Maschinenbauer konnte seinen Marktanteil im letzten Jahr sogar nochmals leicht von 54 auf 58 % steigern.

Für del Bufalo ist gerade dies allerdings nicht unbedingt ein Vorteil: "Das Unternehmen kann auch nicht schneller als der Gesamtmarkt wachsen". Die zyklische Nachfrage der Halbleiterbranche sei auch bei den Verbindungshalbleitern zu beobachten.

Schramm schätzt die Entwicklung des Unternehmens auf lange Sicht positiv ein, hält die Aktie aber kurzfristig immer noch für zu teuer. Auch del Bufalo bezeichnet die Aixtron-Anteilsscheine bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von derzeit 44 als "nicht gerade billig". Der Deutsche Bank-Analyst empfiehlt aber, bei spätestens 18 Euro wieder in das Papier einzusteigen.

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