2001 wird ein "Haussejahr"
Dax schließt vor Weihnachten im Plus

Am letzten Handelstag vor Heiligabend haben die deutschen Aktienwerte bei ruhigem und umsatzschwachem Geschäft fester geschlossen.

Reuters FRANKFURT. Nach den "verrückten" vergangenen Tagen seien wieder Vernunft und Ruhe am Markt eingekehrt, sagte Frank Eckhardt, Händler der Frankfurter Sparkasse. Auch der US-Handel präsentierte sich vor den Weihnachtsfeiertagen freundlich und bot damit Marktteilnehmern zufolge keinen Anlass für Nervosität. Nach den jüngsten Verlusten im US-Markt würden sich Investoren nach kursgünstigen Anschaffungen umsehen, sagten Händler.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) beendete die Sitzung 0,82 % höher bei 6251,40 Zählern. In den USA notierte der Technologieindex Nasdaq Composite zeitgleich 4,34 % höher bei 2441,73 Zählern und der US-Standardwerteindex Dow Jones 0,73 % im Plus bei 10563,47 Zählern. Der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes, Nemax 50, ging um 1,98 % höher bei runden 2800 Punkten aus dem Handel. Der alle Werte umfassende Nemax All Share schloss die Sitzung 1,73 % im Plus bei 2707,12 Zählern. Keine Prognose wagten die Händler für die Tage zwischen den Feiertagen. Es gebe keine Regel für diese Zeit, sagte ein Marktteilnehmer. Der Umsatz werde voraussichtlich sehr gering sein, sagte er weiter.

Das Jahr 2001 wird nach Ansicht von Analysten im Zuge der weltweiten Konjunkturabschwächung ein "Zinswendejahr" und damit erfahrungsgemäß ein "Haussejahr". Mit einem steigenden Euro würden zudem die europäischen Aktien für internationale Investoren wieder attraktiver. Vor allem die in Mitleidenschaft gezogenen Technologiewerte dürften sich Analysten zufolge im kommenden Jahr überdurchschnittlich präsentieren.

Hypo-Vereinsbank gehörten am Freitag - neben Henkel und RWE - zu den großen Dax-Gewinnern mit einem Plus von 2,76 % auf 57,65 Euro. Nach Ansicht von Knut Hochwald, Händler bei der Hamburger Sparkasse, ist der von der Bank für den Verkauf ihrer Vermögensverwalter-Tochter Foreign & Colonial erzielte Preis von 667 Mill. Euro "in Ordnung". Außerdem tue sich der Markt augenblicklich leicht, Finanztitel zu kaufen. Die 2001 in Kraft tretende Steuerreform, die Unternehmen den steuerfreien Verkauf von Beteiligungen ermöglicht, müsse noch eingepreist werden. Daher sehe er für diese Branche in den kommenden Monaten Aufwärtspotenzial, sagte Hochwald.

Deutsche Telekom stiegen nach den Vortagesverlusten 0,4 % auf 32,88 Euro, lagen damit aber weiterhin nur knapp über ihrem Jahrestief. Händlern sagten, die T-Aktie befinde sich derzeit auf einem Niveau, auf dem man sie kaufen müsse. Die Telekom-Tochter T-Online festigte sich nach einem Schluss auf Jahrestief am Donnerstag um 4,03 % auf 13,18 Euro.

Unter Druck gerieten Händlern zufolge die Aktien der Lufthansa. Das Bankhaus Metzler hatte die Papiere auf "Halten" von "Kaufen" herunter gestuft und rechnet nach eigenen Angaben im kommenden Jahr nunmehr mit 2,25 Euro Gewinn je Lufthansa-Aktie nach zuvor erwarteten 2,35 Euro Gewinn pro Aktie. Das Papier führte die Verlierer mit einem Minus von 3,49 % auf 25,72 Euro an.



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