2002 erneut Rekordgewinn angepeilt
Fielmann hat rosarote Brille nicht nötig

Als einer der wenigen Einzelhändler trotzt die Optikerkette Fielmann der anhaltenden Konsumflaute und steuert für 2002 den sechsten Rekordgewinn in Folge an.

Reuters HAMBURG. Nach einem Umsatzanstieg um 5,4 Prozent auf 488,5 Millionen Euro in den ersten neun Monaten werde der Konzernumsatz im Gesamtjahr voraussichtlich um sechs bis sieben Prozent zulegen, teilte der europäische Marktführer für Brillenoptik am Donnerstag in Hamburg mit. Der Vorsteuergewinn, der sich von Januar bis September um knapp acht Prozent auf 52,7 Millionen Euro erhöhte, werde im vierten Quartal weiter zulegen, sagte der für Investor Relations zuständige Ulrich Brockmann der Nachrichtenagentur Reuters. Um den gleichen Prozentsatz verbesserte sich der Reingewinn auf 37,2 Millionen Euro.

Mit einer Gewinnprognose hielt sich der Sprecher allerdings zurück und begründete dies damit, dass das Konsumentenverhalten zur Zeit kaum vorhergesagt werden könne. Gleichwohl sei bereits zum jetzigen Zeitpunkt "sicher", dass Fielmann 2002 seinen sechsten Rekordgewinn hintereinander einfahren werde.

Analysten reagierten positiv auf die Zahlen. Das Bankhaus M.M. Warburg sah seine Erwartungen bestätigt und rechnet nach eigenen Angaben auch für die Folgejahre mit Ergebniszuwächsen bei Fielmann. Die Berenberg Bank hob nach den positiven Zahlen ihre Prognose für das Gesamtjahr leicht an. Die Analysten der Bank erwarten nun einen Konzernumsatz von 653 (bisher 649) Millionen Euro für 2002. Die Erwartungen an das gewöhnliche Ergebnis wurden auf 62,5 Millionen Euro von 61,9 Millionen erhöht. Während Berenberg seine Empfehlung für die Aktie bei "Halten" beließ, bestätigte Warburg seine Kaufempfehlung für Fielmann.

Fielmann selbst erklärte, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und allgemeinen Kaufzurückhaltung erwarte man für das Gesamtjahr einen Bruttoumsatz, also einschließlich Umsatzsteuer und Franchiseumsatz, von mehr als 800 Millionen Euro nach 761 Millionen. Der Konzernumsatz dürfte rein rechnerisch im Jahr 2002 bei einer unterstellten Wachstumsrate von 6,5 Prozent 660 Millionen Euro erreichen.

Fielmann konnte nach eigenen Angaben seinen Marktanteil in den ersten neun Monaten ausweiten. Während der gesamte Einzelhandel in Deutschland zum Ende des dritten Quartals vier Prozent verloren habe und die augenoptische Branche ohne Fielmann Rückgänge bei Absatz und Umsatz von zehn Prozent beziehungsweise fünf Prozent verbucht hätten, habe Fielmann im gleichen Zeitraum Umsatz und Gewinn erhöht. So sei der Umsatzmarktanteil auf 23 Prozent und der Absatzmarktanteil auf 43 Prozent gesteigert worden. Fielmann verkaufte in den ersten neun Monaten 3,8 Millionen Brillen und strebt für das Gesamtjahr unverändert einen Absatz von mehr als fünf Millionen Brillen an.

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