2002 fast sechs Prozent weniger Aufträge
Schwarzes Jahr am Bau

Die deutsche Bauindustrie hat 2002 auch mit dem Zusammenbruch des Bauriesen Holzmann eines ihrer schwärzesten Jahre durchstanden. Die Auftragseingänge gingen nochmals um real 5,9 Prozent zurück. Die Belegschaften wurden sogar um 7,8 Prozent abgebaut, berichtete das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden.

HB/dpa WIESBADEN. Erste Lichtblicke zeichnen sich bei der gestiegenen Nachfrage im privaten Wohnungsbau zum Jahresende ab. Ob damit aber schon eine Wende eingeleitet wird, muss nach Meinung der Deutschen Bundesbank mit einem Fragezeichen versehen werden.

Im Dezember waren im Bauhauptgewerbe, das vor Jahren noch mehr als eine Million Arbeitnehmer zählte, nur noch 849 000 Personen beschäftigt. Das waren 72 000 Männer und Frauen weniger als vor Jahresfrist. Damit bleibt der seit 1996 anhaltende Beschäftigungsabbau ungebrochen, betonen die Statistiker.

Von der schweren Krise dieser Branche mit immensen Überkapazitäten waren aber nicht alle Sparten gleich betroffen. Während im Hochbau der Auftragseingang weiter um 11,5 Prozent einbrach, gab es im Tiefbau eine leichte Zunahme von 1,5 Prozent. Der gesamte Umsatz des Bauhauptgewerbes mit Betrieben von 20 und mehr Beschäftigten fiel um 5,9 Prozent auf 87,1 Milliarden Euro zurück.

Seit Sommer 2002 ist nach Darstellung der Bundesbank-Volkswirte der Rückgang der Baunachfrage allerdings zum Stillstand gekommen. Im 4. Quartal dürften die Aufträge etwa ebenso hoch ausgefallen sein wie im Zeitraum Juli bis September. Stabilisierend wirkte vor allem der Wohnungsbau. Hier gab es im November und Dezember ein Auftragsschub. Dieser war so kräftig, dass die Bundesbank für das Schlussquartal sogar ein Plus von zehn Prozent für möglich hält.

Die vorliegenden Baugenehmigungen machen deutlich, dass dabei Ein- und Zweifamilienhäuser im Vordergrund standen. Daraus leitet die Bundesbank ab, die Bauherren wollten der angekündigten Kappung der Wohnungsbauförderung durch die Bundesregierung noch rasch ein Schnippchen schlagen. "Der Belebung der Nachfrage könnte also später eine erneute Abschwächung folgen", warnt die Bundesbank vor einem möglichen Strohfeuer-Effekt.

Die Baubranche war 2002 am stärksten von der konjunkturellen Flaute betroffen. Die Bauinvestitionen gingen real nochmals um 5,9 (2001: 6,0) Prozent zurück. Die Wertschöpfung des Baugewerbes fiel um 6,1 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Dies war - nach einer leichten Unterbrechung 1999 mit plus 0,5 Prozent - der siebte Rückgang in Folge.

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