2002 in Deutschland operativ mehr verdient
SEB hat Kosten anscheinend im Griff

Die SEB AG hat im vergangenen Jahr in einem schwierigen Marktumfeld im operativen Geschäft zugelegt und insgesamt nur einen moderaten Gewinnrückgang nach Steuern verzeichnet.

Reuters FRANKFURT. Der Gewinn nach Steuern sei 2002 um elf Prozent auf 115 (2001: 129) Millionen Euro gesunken, teilte die deutsche Tochter der schwedischen Großbank SEB am Montag in Frankfurt mit. Bereinigt um den Einmalgewinn von 26 Millionen Euro aus dem Anteilsverkauf an der Deutsche Börse im Jahr 2001 ergebe sich aber ein Anstieg um zwölf Prozent. Beim Provisionsüberschuss und im Eigenhandel legte das Institut zu.

Der Mutterkonzern SEB hatte 2002 das Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter mit umgerechnet rund 578 (549) Millionen Euro um etwa fünf Prozent gesteigert.

Für das laufende Jahr rechnet Deutschland-Chef Lars Lundquist ungeachtet der unverändert schwierigen Rahmenbedingungen mit einem Ertragsanstieg und weiter rückläufigen Kosten. Die ehemalige BfG-Bank wolle ihren Kunden im Rahmen des so genannten Cross-Selling vor allem mehrere Bankprodukte anbieten. In den vergangenen Monaten hat die Bank in Frankfurt ihr Geschäft mit Firmenkunden und Institutionellen verstärkt. "Wir wollen in Deutschland wachsen. Langfristig ist das ein attraktiver Markt, auch wenn es momentan schwierig aussieht", sagte Lundquist. Er bekräftigte, seine Bank erwäge Zukäufe in Deutschland. Dabei würde es sich allenfalls um kleinere Institute handeln, da der Kapitalmarkt große Akquisitionen derzeit nicht honoriere. "Sehr große Transaktionen würden unseren Aktienkurs belasten." Die zum HVB-Konzern gehörenden Institute Norisbank und Vereins und Westbank - gelten als ein potenzielle Übernahmeziele der SEB.

Die Bank hat den Angaben zufolge den größten Teil ihres Stellenabbaus hinter sich, obwohl bei einer nachhaltigen Marktschwäche weitere Streichungen nicht ausgeschlossen wurden. Zum Jahresende waren bei der SEB in Deutschland 3880 Mitarbeiter beschäftigt.

2002 legte der Provisionsüberschuss der SEB AG den Angaben zufolge um fünf Prozent zu auf 178 (169) Millionen Euro, während im Zinsgeschäft mit 484 (495) Millionen Euro knapp zwei Prozent weniger verdient wurde. Entgegen dem allgemeinen Markttrend sei das Handelsergebnis - wenn auch auf niedrigem Niveau - mit einem Plus von 61 Prozent auf 24 (15) Millionen Euro angestiegen.

"Positiv ausgewirkt haben sich vor allem Kostensenkungen und die Bereinigung des Kreditportfolios in den letzten drei Jahren", sagte Lundquist. Der Verwaltungsaufwand sei um vier Prozent auf 545 Millionen Euro gesunken. Das Institut trug dem unsicherer Umfeld mit einer um elf Prozent erhöhten Risikovorsorge von 58 Millionen Euro Rechnung.

Der Fondsabsatz wuchs den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um 42 Prozent auf 1,056 Milliarden Euro und das verwaltete Vermögen blieb trotz der Börsenschwäche mit 11,8 (11,9) Milliarden Euro nahezu konstant. Im Bereich private Baufinanzierung sei das Neugeschäft um 36 Prozent auf 737 Millionen Euro gestiegen.

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