2002 positives Ergebnis erwartet
Internationalmedia in den roten Zahlen

Der Münchener Filmproduzent IM Internationalmedia ist im abgelaufenen Geschäftsjahr wegen neuer Bilanzierungsgrundsätze und Kosten für die gescheiterte Übernahme des US-Filmstudios Spyglass in die Verlustzone gerutscht.

rtr FRANKFURT. Für 2002 rechne das Unternehmen aber mit einem deutlich positiven Ergebnis, sagte der neue Vorstandschef Moritz Bormann am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Im abgelaufenen Jahr habe der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) 11,9 Mill. ? betragen nach einem Plus von 27,5 Mill. ? ein Jahr zuvor. Der Umsatz fiel auf 143,5 (149,7) Mill. ?.

Die am Neuen Markt gelistete IM AG war unter anderem an Kinofilmen wie "K-Pax", "Enigma" oder "The Wedding Planner" (korrekt) beteiligt und wird den neuen "Terminator 3"-Streifen mit Arnold Schwarzenegger produzieren, der ab Sommer 2003 in den Kinos anlaufen soll.

Die IM-Aktie, die seit Anfang März rund 70 % gesunken war, notierte am Donnerstag 20 % höher auf 7,34 ?. Analysten sagten, die Zahlen seien nach den jüngsten Prognose-Korrekturen der Firma erwartet worden. Es komme nun auf Zahlen zum Ausblick an, die zunächst nicht genannt wurden.

Umsätze für 2001 werden erst 2002 gebucht

"Umsatzrückgang und Verlust sind im Wesentlichen auf die Verschiebung des Zeitpunktes der Umsatz-und Ergebnisrealisierung bei drei Filmen und auf Einmaleffekte zurückzuführen", erklärte Bormann. Vor einer Woche war er zum Vorstandschef aufgerückt, nachdem Florian Bollen in Folge der geplatzen Übernahme von Spyglass zurückgetreten war.

IM weise Umsätze und Gewinne nun erst beim Kinostart und nicht mehr wie bisher bei der Auslieferung der Filme aus, hieß es. So lasse sich das Wachstum besser steuern. "Dies entspricht im Wesentlichen einer Anlehnung innerhalb der unveränderten IAS-Rechnungslegung an US-GAAP-Sondervorschriften", sagte IM-Finanzvorstand Andreas Konle. "Damit erreichen wir eine bessere Transparenz und werden leichter vergleichbar mit US-Unternehmen."

Das vergangene Jahr sei auch von den Kosten der abgesagten Spyglass-Übernahme und von neun Mill. ? an Sonderabschreibungen auf Beteiligungen belastet worden, erläuterte das Unternehmen. Spyglass hatte die Fusion im Februar abgesagt und dabei auf die neuen Bilanzierungsgrundsätze verwiesen. Dadurch sei Druck auf den Kurs der IM-Aktien zu erwarten, mit denen IM den Kauf bezahlen wollte. Die Fusion hätte den Umsatz von IM auf mehr als eine Milliarde Euro verdreifacht.

Positives Ergebnis 2002 erwartet - Analysten zurückhaltend

Für das laufende Jahr rechnet IM nach Angaben Bormans mit einem deutlich positiven Ergebnis und steigenden Umsätzen. IM wolle aber erst im April konkrete Prognosen für 2002 abgeben. Künftig werde eine differenziertere Vermarktung der Filme angestrebt im Vergleich zur aktuellen Strategie, nach der die komplette Wertschöpfungskette (Kino, TV, DVD, Spiele) im Paket verkauft werde. So sollen beispielsweise die Video-Spiel-Rechte am neuen "Terminator 3"-Film separat verwertet werden.

CSFB-Analyst Roger März sagte, die weitere Entwicklung der Aktie hänge von konkreten Schätzungen des Unternehmens für die Zukunft ab. Die schlechten Nachrichten seien im Aktienkurs enthalten. "Sollten sie kein zweistelliges prozentuales Wachstum beim Ebit in Aussicht stellen, wird das sicherlich die Investoren enttäuschen." März wies aber darauf hin, dass die hohen Geldmittel-Bestände des Unternehmens gut seien. "Mit einem Netto-Cash-Bestand von 100 Mill. ? ist die Aktie allein schon drei Euro wert, von daher ist sie auch bei einem Kurs von sechs Euro fundamental unterbewertet."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%