2002 Stagnation erwartet
Baumärkte belasten AVA-Umsatz

Angesichts der Konsumflaute und der Krise seiner Baumarktsparte erwartet Deutschlands drittgrößter Handelskonzern AVA für 2002 weiterhin einen Ergebnisrückgang.

Reuters GÜTERSLOH. Im ersten Halbjahr sei der gesamte Einzelhandelsumsatz um 3,1 Prozent gesunken, sagte AVA-Chef Kurt Lindemann am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Gütersloh. Besonders stark sei der Rückgang in der Baumarktsparte ausgefallen. Insgesamt halte sich die AVA aber besser als die Branche, die nach Lindemanns Angaben in den ersten fünf Monaten ein Umsatzminus von 5,3 Prozent eingefahren hat.

Für 2002 rechne der Konzern nicht mit Umsatzzuwächsen auf vergleichbarer Verkaufsfläche. Das nun erwartete "leichte Umsatzwachstum" werde nur aus zusätzlichen Verkaufsflächen resultieren, stellte Lindemann heraus. Bislang war das Unternehmen immer von einem expansionsbedingtem Umsatzplus von zwei Prozent ausgegangen. Der Jahresüberschuss werde unter dem Vorjahresniveau von 84,4 Millionen Euro liegen, bestätigte Lindemann frühere Aussagen. Die schwache Konsumnachfrage bei steigenden Kosten schlage auf den Ertrag durch. Die verstärkte Expansion bringe zudem höhere Anlaufkosten mit sich.

Synergien im Lebensmitteleinkauf erwartet die AVA aus der neuen Kooperation zwischen ihrem Großaktionär Edeka und der Globus-Handelskette. Nach Angaben eines Firmensprecher kaufen AVA, Edeka und die Globuskette pro Jahr für mehr als 20 Milliarden Euro Waren ein und wollen ab 2003 die Beschaffung bündeln. Die Globus SB Warenhaus GmbH & Co KG setzte mit 35 Warenhäusern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 (per 30. Juni) nach AVA-Angaben rund 3,9 Milliarden Euro um. Der Umsatz der Edeka-Gruppe lag 2001 bei 32,8 Milliarden Euro.

Die rückläufige Umsatzentwicklung von Januar bis Juni schrieb der AVA-Chef weiter der anhaltenden Konjunkturschwäche in Deutschland zu. Nur die kleinen Verbrauchermärkte hätten beim Umsatz zugelegt, hob Lindemann hervor und bezifferte das Plus mit 3,1 Prozent. Demgegenüber hätte die Hauptsparte, die großen SB-Warenhäuser, ein Umsatzminus von 3,7 Prozent eingefahren. Von Januar bis April hatte das Minus nach Unternehmensangaben noch bei 2,7 Prozent gelegen.

Noch deutlicher sei der Umsatzrückgang bei den Baumärkten mit 4,3 Prozent ausgefallen. Von Januar bis April war erst ein Rückgang von 0,8 Prozent angefallen. Auch hier verwies Lindemann darauf, dass sich die AVA-Baumärkte besser hielten als die Branche, denn der durchschnittliche Umsatzrückgang der Baumarktbranche liege bei sechs Prozent. Jedoch räumte er ein, dass selbst die Optikerkette Krane erstmals von Januar bis Juni mit einem Umsatzminus von 1,0 Prozent unter Vorjahr abgeschlossen habe. "Dies ist eine Entwicklung wie wir sie noch nie erlebt haben", stellte der AVA-Chef heraus. Das Branchenminus habe dagegen nach ersten Hochrechnungen sogar bei acht Prozent gelegen. Im ersten Halbjahr 2001 hatte die AVA bereinigt ein Umsatzplus von 0,9 Prozent erzielt.

Die Bielefelder AVA ist zusammen mit ihrem Großaktionär Edeka der drittgrößte Handelskonzern in Deutschland nach der Düsseldorfer Metro und der Kölner Rewe-Gruppe. Der Kurs der AVA-Aktie legte am Donnerstagnachmittag 12,43 Prozent auf 38 Euro zu.

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