2002 Verlust verbucht: Georg Fischer rechnet mit Trendwende

2002 Verlust verbucht
Georg Fischer rechnet mit Trendwende

Eine Flaute im Investitionsgüterbereich und Wertberichtigungen haben beim Schweizer Industriekonzern Georg Fischer 2002 zu einem Verlust geführt. 2003 will Georg Fischer den in den vergangenen beiden Jahren rückläufigen Umsatz- und Ertragstrend brechen und zudem den Gewinn im Vergleich zum Umsatz überproportional steigern.

Reuters SCHAFFHAUSEN. Im vergangenen Jahr verzeichnete GF nach eigenen Angaben vom Dienstag einen Verlust von 20 Millionen Franken nach einem Gewinn von 65 Millionen Franken im Vorjahr. Der Umsatz ging um elf Prozent auf 3417 Millionen Franken zurück. Die reduzierten Umsätze hätten zu einer Unterauslastung und entsprechend ungenügend gedeckten Fixkosten geführt. Dank Kostensenkungen im Umfang von rund 200 Millionen Franken habe noch ein Betriebsergebnis (Ebit) von 80 (Vorjahr 156) Millionen Franken erzielt werden können. Das zusammen mit der deutschen WestLB betriebene und Ende September dekonsolidierte Anlagenbau-Joint venture habe den Reingewinn mit 44 Millionen Franken belastet; ohne Coperion resultierte 2002 ein Gewinn von 24 Millionen Franken.

Bei einem konjunkturellen Aufschwung dürfte der Reingewinn angesichts der tieferen Kostenbasis 2003 stark steigen, wie Finanzchef Friedrich Rufer am Rande der Bilanzpressekonferenz erklärte. Bei einer flachen wirtschaftlichen Entwicklung rechnet Georg Fischer immer noch mit einer moderaten Gewinnsteigerung im laufenden Jahr.

Nachdem die Dividende für 2002 ausfallen soll, will Georg Fischer nach den Worten von CEO Martin Huber für 2003 wieder eine Ausschüttung vornehmen. "Es ist unser klares Ziel, wieder eine Dividende auszuschütten," sagte er. Huber wird Mitte März ins Verwaltungrsratspräsidium von Georg Fischer wechseln und als CEO vom bisherigen Chef der Tochtergesellschaft Agie Charmilles, Kurt Stirnemann, abgelöst.

Der hohe Auftragsbestand vor allem in der grössten Division Fahrzeugtechnik lässt nach Rufers Worten im laufenden Jahr einen wachsenden Konzernumsatz erwarten. Ohne Coperion gerechnet lag der Umsatz in 2002 bei 3242 Millionen Franken.

Die Fahrzeugtechnik, die an die Automobilindustrie Gussteile aus Eisen und Leichtmetall herstellt, erzielte 2002 einen stabilen Umsatz von 1422 Millionen Franken und dürfte gemäss Huber 2003 um fünf bis zehn Prozent wachsen. Der Bereich Rohrleitungssysteme habe gute Chancen, Umsatz und Ertrag aus eigener Kraft zu verbessern. Die in der Fertigungstechnik tätige Agie Charmilles dürfte es aufgrund der Konjunktur zumindest in der ersten Jahreshälfte noch schwer haben, so Huber.

Georg Fischer erzielt 40 Prozent des Umsatzes in Deutschland. An der schwächeren Schweizer Börs standen Georg Fischer am frühen Nachmittag unverändert bei 113 Franken. Der Abschluss 2002 lag am oberen Ende der Analystenerwartungen. Die Bank Sarasin bezeichnete den Zeitpunkt für ein Investment in Georg Fischer als zu früh. Zwar dürften die Gewinne 2003 deutlich steigen. Unsicherheit gehe jedoch von der Tochter Agie Charmilles aus. Ausserdem drückten die Autohersteller weiter auf die Preise, hiess es in einem Kommentar der Bank.

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