2002 wieder mehr Arbeitslose
DIHK ewartet schwaches Konjunkturjahr 2002

Die Deutschen müssen sich nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) im nächsten Jahr wieder auf durchschnittlich vier Millionen Arbeitslose einstellen.

dpa-afx BERLIN. Das wären rund 150 000 mehr als in diesem Jahr. Außerdem werde die Zahl der Beschäftigten wieder um 200 000 bis 250 000 abnehmen, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Franz Schoser am Montag bei Vorlage einer Umfrage bei 25 000 Unternehmen in Deutschland.

"Das Jahr 2002 wird ein schwaches Konjunkturjahr." Dabei schätzte er das Wachstum mit "1 plus x" nach einer Stagnation mit 0,5 Prozent in diesem Jahr tendenziell ungünstiger ein als Bundesregierung und Forschungsinstitute. Beide erwarten etwa 1,3 Prozent im Jahr 2002 und 0,7 Prozent in diesem Jahr.

Rasche Belebung der Wachstumskräfte wird nicht erwartet

Nach der Befragung der Unternehmen im August und - wegen der Terroranschläge am 11. September noch einmal in einer Blitzumfrage - im Oktober würde die schwache Konjunktur im kommenden Jahr damit voll auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. "Durch die Terroranschläge wurde die bereits vorhandene Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung nochmals empfindlich verstärkt", heißt es in dem Bericht. "Die Unternehmen rechnen nicht mit einer raschen Belebung der Wachstumskräfte." Sie hätten ihre Personalpläne gegenüber den letzten Umfragen nach unten revidiert - Anfang Oktober noch einmal zusätzlich. Günstig schätzt Schoser die Ölpreisentwicklung ein und hofft, beim Verbraucherpreisanstieg 2002 unter zwei Prozent bleiben zu können.

Investitionserwartung rückläufig

Eine gewisse Konjunkturstütze komme von den Exporten, während die Investitionserwartungen deutlich rückläufig seien. Dies habe aber weniger mit den Terroranschlägen zu tun, sondern mehr und mehr auch mit starren Rahmenbedingungen, zum Beispiel für den Arbeitsmarkt. So verlangte Schoser, die Zumutbarkeitsregelungen für Arbeitslose bei der Annahme angebotener Tätigkeiten zu erweitern. Eindringlich forderte er die Bundesregierung auf, höhere Öko-, Versicherung- und Tabaksteuern sowie steigende Sozialbeiträge unter allen Umständen zu vermeiden. Dafür unterstützt der DIHK Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) mit der Forderung, weitere Steuerreformschritte nur dann vorzuziehen, wenn dies nicht auf Pump geschehe.

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