2003 geringeres Umsatzwachstum
Deutsche Versicherer spüren die Börsenflaute

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hält für das laufende Jahr an seiner Prognose von einem Umsatzplus in der Branche von vier Prozent fest, rechnet für 2003 aber mit einem geringeren Wachstum.

Reuters BERLIN. Trotz schwacher Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit werden die Beitragseinnahmen der Versicherer 2002 voraussichtlich um vier Prozent auf 140,8 Milliarden Euro steigen, wie der Verband am Mittwoch in Berlin mitteilte. Den Einnahmen stünden Leistungen oder Schadenaufwendungen von 158,1 Milliarden Euro und damit 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr gegenüber. Für das kommende Jahr rechnet GDV-Präsident Bernd Michaels laut Redetext indes nur noch mit einem Wachstum der Beitragseinnahmen von rund drei Prozent.

Die anhaltende Börsenflaute habe sich vor allem auf die Situation der Lebensversicherer ausgewirkt. "Wir rechnen in 2003 mit einem branchenweiten Sinken der Überschussbeteiligung um durchschnittlich einen Prozentpunkt auf einen Korridor um die fünf Prozent", sagte Michaels. In diesem Jahr boten die meisten Versicherer noch eine Verzinsung der Lebensversicherungen von mehr als sechs Prozent an. Viele haben eine Senkung dieser so genannten Überschussbeteiligung aber bereits angekündigt.

Eine Prognose für die Kapitalerträge der Branche bezeichnete der Verbandschef wegen der derzeitigen Marktlage als schlicht unseriös. Im vergangenen Jahr hätten die Versicherer aus ihrem Kapitalanlagegeschäft Gewinne von 48 Milliarden Euro erzielt.

Zur Geschäftsentwicklung im Jahr 2002 sagte Michaels, die Versicherungswirtschaft habe auf den ersten Blick "noch vergleichsweise gut abgeschnitten". Auf den zweiten Blick habe die Branche aber auch zu kämpfen, da sie mit hohen Zahlungen in der Schaden- und Unfallversicherung konfrontiert sei. Für das Beitragswachstum im laufenden Jahr sei in erster Linie das voraussichtliche Plus bei den Lebensversicherungen von 4,5 Prozent und der Zuwachs bei den privaten Krankenversicherungen von 5,7 Prozent verantwortlich. Die Autoversicherung als bisheriger Wachstumsträger sei mit einem Plus von 2,9 Prozent etwas zurückgefallen.

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