2003 in die Gewinnzone zurück: Mobilcom macht Millionen Miese

2003 in die Gewinnzone zurück
Mobilcom macht Millionen Miese

Der vor dem Zusammenbruch gerettete Mobilfunkanbieter Mobilcom wird für das abgelaufene Geschäftsjahr 2002 einen Nettoverlust von über 3,2 Milliarden Euro ausweisen.

Reuters HANNOVER. Vorstandschef Thorsten Grenz sagte der am Donnerstag am Rande der Computer- und Technologiemesse Cebit in Hannover, der Gesamtjahreswert liege über dem für die ersten neun Monate 2002 veröffentlichten operativen Verlust von 3,2 Milliarden Euro. "Es liegt etwas darüber", sagte Grenz. Hinzu gerechnet werden müssten noch weitere Sanierungskosten, die im vierten Quartal angefallen seien. Ohne UMTS und Einmalaufwendungen für die Sanierung kündigte Grenz einen Verlust im Kerngeschäft in dreistelliger Millionenhöhe an. Die endgültigen Zahlen will Mobilcom am 27. März bekannt geben.

Mobilcom hatte im vergangenen Jahr sein vollständiges UMTS-Vermögen im Wert von 9,9 Milliarden Euro abgeschrieben. Im Gegenzug war in der Bilanz ein Ausgleichsanspruch gegenüber der France Telecom von 7,1 Milliarden Euro aktiviert worden, so dass das Ergebnis im Saldo mit 2,8 Milliarden Euro belastete wurde. Operativ verbuchte Mobilcom in den ersten neun Monaten einen Verlust von 3,2 Milliarden Euro.

Grenz: Kehren 2003 in die Gewinnzone zurück

Grenz bekräftigte die Prognose, dass Mobilcom 2003 in die Gewinnzone zurückkehren werde. Mobilcom werde beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im ersten Halbjahr die Gewinnschwelle erreichen und im Gesamjahr erstmals seit Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Umsatz werde gleichzeitig mit knapp zwei Milliarden Euro unter dem des Vorjahres liegen.

Die Zahl der Mobilfunkkunden ging seinen Angaben zufolge durch die Ausbuchung inaktiver Kunden auf knapp 4,8 Millionen zurück. Mobilcom habe rund 100.000 Kunden ausgebucht, die nicht telefonierten. Im laufenden ersten Quartal 2003 solle dies bei weiteren rund 250.000 geschehen, bestätigte Grenz. Damit würde sich die Kundenzahl von Mobilcom auf gut 4,5 Millionen verringern.

Mobilcom war kurz vor dem Jahreswechsel mit Hilfe mehrerer Banken, Lieferanten und des früheren Großaktionärs France Telecom vor dem akut drohenden Zusammenbruch bewahrt worden. Die UMTS-Schulden von gut sieben Milliarden Euro übernimmt der französische Telefonkonzern, der sich mit dem inzwischen zurückgetretenen Mobilcom-Chef und Firmengründer Gerhard Schmid nicht über die UMTS-Strategie für den deutschen Markt hatte einigen können. Mobilcom hatte Mitte 2000 mit finanzieller Hilfe von France Telecom für umgerechnet mehr als acht Milliarden Euro eine der sechs Lizenzen für den UMTS-Mobilfunk ersteigert, um von 2003 an die Technik auf dem deutschen Markt anzubieten.

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