2003 keine Besserung
Anlagenbauer Voith schaltet Gang zurück

Nach einem Ergebnisrückgang im abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet der führende Großanlagen- und Maschinenbauer Voith auch 2002/03 ein schwieriges Jahr.

Reuters HEIDENHEIM. Konzernumsatz, Auftragseingang und Gewinn könnten allenfalls die Vorjahreswerte erreichen, sagte Vorstandschef Hermut Kormann am Mittwoch in Heidenheim. "Wir sind in einer ganz normalen Rezession", erläuterte er. Der Jahresüberschuss des Generatoren- und Papiermaschinen-Herstellers habe 2001/02 (zum 30. September) vorläufigen Zahlen zufolge etwa 25 Prozent unter den 112 Millionen Euro des Vorjahres gelegen. Der Konzernumsatz sei um Zukäufe bereinigt um fünf Prozent auf 3,26 Milliarden Euro geschrumpft, der Auftragseingang lag mit 3,17 Milliarden Euro auf vergleichbarer Basis drei Prozent unter Vorjahr.

"Auftragseingang und Umsatz haben nicht unseren Erwartungen entsprochen", sagte Kormann. Die eigentlich positiven Aussichten hätten sich von Quartal zu Quartal verschlechtert. Ein Ende der rezessiven Tendenz werde sich frühestens im dritten Quartal 2003 einstellen. "Wir sind aber nicht beunruhigt", gab sich Kormann gelassen. Auf das zäher gewordene Geschäft will Voith nun mit weiteren Personal-Anpassungen reagieren. Die Mitarbeiterzahl, die 2002 durch Zukäufe bei gut 24 000 gehalten wurde, werde sich verringern. Vor allem in der Papiermaschinen-Sparte hatte Voith 500 Stellen abgebaut.

Weitere Zukäufe seien derzeit nicht nötig, hieß es. Möglich sei der Erwerb weiterer Anteile an der Deutschen Industriewartung (DIW) von dem zum Verkauf stehenden Salamander-Konzern. Voith hält 55 Prozent an der DIW. Die Voith-Sparten entwickelten sich 2001/02 stark unterschiedlich. Das gute Geschäft mit Wasserkraftwerken und Eisenbahn-Getrieben habe den Einbruch bei Aufträgen für Papiermaschinen weitgehend aufgewogen, sagte Kormann. Um die Akquisitionen von Teilen von Kvaerner und Jagenberg bereinigt, gingen die Aufträge von den Papierproduzenten um 25 Prozent auf weniger als eine Milliarde Euro zurück. Der Oktober sei mit 170 Millionen Euro an neuen Aufträgen wieder besser gelaufen.

Für Generatoren von Wasserkraftwerken, die Voith in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens herstellt, sei der Auftragseingang dagegen um 37 Prozent auf 651 Millionen Euro gestiegen. Das Geschäft werde aber unter anderem durch die Pleite von Enron und den Regierungswechsel in Brasilien schwieriger, sagte Bereichsvorstand Hubert Lienhard. Mit einem Weltmarktanteil von 22 Prozent sieht sich Voith Siemens Hydro als Nummer zwei hinter der französischen Alstom.

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